PV-Ertrag heute – Wie viel Strom produziert Ihre Solaranlage?
PV-Ertrag heute prüfen: Typische Tageserträge pro kWp nach Monat, Wetter & Region. Mit kostenloser Solarprognose Ihren Ertrag berechnen.
PV-Ertrag heute – Wie viel Strom produziert Ihre Solaranlage?
Sie möchten wissen, wie viel Strom Ihre Solaranlage heute produziert oder produzieren sollte? Der tägliche PV-Ertrag schwankt erheblich – je nach Wetter, Jahreszeit und Standort. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Tageserträge normal sind, welche Faktoren den Ertrag bestimmen und wie Sie Ihren individuellen Ertrag einschätzen können.
Welche Faktoren bestimmen den täglichen PV-Ertrag?
Der Ertrag Ihrer Solaranlage ist kein fester Wert, sondern wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Wenn Sie verstehen, welche Stellschrauben es gibt, können Sie Ihren tatsächlichen Tagesertrag besser einordnen.
1. Wetter und Sonneneinstrahlung
Das Wetter ist der größte Einflussfaktor auf den täglichen Ertrag. Die Globalstrahlung – also die gesamte Sonnenstrahlung, die auf eine horizontale Fläche trifft – variiert in Deutschland zwischen 0,5 kWh/m² an trüben Wintertagen und über 7 kWh/m² an klaren Sommertagen.
Durchschnittliche tägliche Globalstrahlung in Deutschland (Mittelwert). Quelle: DWD Strahlungsdaten.
2. Jahreszeit und Tageslänge
Im Sommer scheint die Sonne bis zu 16 Stunden pro Tag, im Winter nur 7–8 Stunden. Zusätzlich steht die Sonne im Sommer höher, wodurch die Strahlung steiler auf die Module trifft und weniger durch die Atmosphäre gefiltert wird. Diese beiden Effekte zusammen erklären, warum der Sommerertrag drei- bis fünfmal so hoch ist wie der Winterertrag.
3. Ausrichtung und Neigung der Module
Die Ausrichtung Ihres Dachs beeinflusst den Ertrag erheblich:
| Ausrichtung | Neigung | Relativer Ertrag |
|---|---|---|
| Süd | 30–35° | 100 % (Optimum) |
| Süd | 15° / 45° | 95 % |
| Südost / Südwest | 30° | 93–95 % |
| Ost / West | 30° | 80–85 % |
| Ost-West (2 Flächen) | 30° | 85–90 % (gesamt) |
| Nord | 30° | 55–65 % |
Eine Ost-West-Belegung erzeugt zwar insgesamt etwas weniger als eine reine Südanlage, verteilt die Produktion aber gleichmäßiger über den Tag – was den Eigenverbrauch erhöht.
4. Verschattung und Verschmutzung
Selbst kleine Verschattungen können den Ertrag empfindlich senken. Ein einzelner Schatten auf einem Modul kann durch die Serienverschaltung die gesamte String-Leistung reduzieren. Moderne Moduloptimierer oder Mikrowechselrichter minimieren diesen Effekt.
Verschmutzung durch Laub, Vogelkot oder Staub reduziert den Ertrag um typischerweise 2–5 % pro Jahr. Bei flachen Dachneigungen unter 15° kann der Verlust höher ausfallen, da der Regen die Module weniger gut reinigt.
5. Standort und Region
Der Jahresertrag variiert in Deutschland je nach Region deutlich:
| Region | Jahresertrag (kWh/kWp) | Typischer Sommertag (kWh/kWp) | Typischer Wintertag (kWh/kWp) |
|---|---|---|---|
| Südbayern / Oberschwaben | 1.050–1.150 | 4,5–5,5 | 0,8–1,5 |
| Baden-Württemberg / Franken | 1.000–1.100 | 4,5–5,0 | 0,7–1,3 |
| Rheinland / Hessen | 950–1.050 | 4,0–5,0 | 0,5–1,2 |
| NRW / Niedersachsen | 900–1.000 | 4,0–4,8 | 0,5–1,0 |
| Schleswig-Holstein / Küste | 900–1.000 | 4,0–4,8 | 0,4–0,8 |
| Sachsen / Thüringen | 950–1.050 | 4,2–5,0 | 0,5–1,0 |
| Brandenburg / MV | 950–1.050 | 4,2–5,0 | 0,4–0,9 |
Typischer Tagesertrag pro kWp nach Monat
Die folgende Tabelle zeigt, welchen Tagesertrag Sie pro kWp installierter Leistung durchschnittlich erwarten können – aufgeteilt nach Monat und für eine optimale Südausrichtung (30° Neigung):
| Monat | Ø Tagesertrag (kWh/kWp) | Ø Monatsertrag (kWh/kWp) | Ø Sonnenstunden/Tag |
|---|---|---|---|
| Januar | 0,7–1,0 | 22–31 | 1,5–2 |
| Februar | 1,2–1,8 | 34–50 | 2,5–3,5 |
| März | 2,2–2,8 | 68–87 | 3,5–4,5 |
| April | 3,2–3,8 | 96–114 | 5–6 |
| Mai | 3,8–4,5 | 118–140 | 6–7,5 |
| Juni | 4,0–5,0 | 120–150 | 6,5–8 |
| Juli | 4,0–5,0 | 124–155 | 6,5–8 |
| August | 3,5–4,5 | 109–140 | 5,5–7 |
| September | 2,5–3,3 | 75–99 | 4,5–5,5 |
| Oktober | 1,5–2,2 | 47–68 | 3–4 |
| November | 0,8–1,2 | 24–36 | 1,5–2,5 |
| Dezember | 0,5–0,8 | 16–25 | 1–1,5 |
Rechenbeispiel: Eine 10-kWp-Anlage erzeugt an einem durchschnittlichen Junitag: 10 kWp × 4,5 kWh/kWp = 45 kWh. An einem klaren Tag können es bis zu 55 kWh sein, an einem regnerischen Tag nur 5–10 kWh.
PV-Ertrag bei verschiedenen Wetterbedingungen
Das Wetter ist der am stärksten schwankende Faktor. So unterschiedlich fällt der Tagesertrag je nach Wetterlage aus:
| Wetterlage | Sommer (kWh/kWp) | Frühling/Herbst (kWh/kWp) | Winter (kWh/kWp) | Anteil vom Optimum |
|---|---|---|---|---|
| Klarer Himmel | 4,5–5,5 | 2,5–3,5 | 1,0–1,5 | 100 % |
| Leicht bewölkt | 3,0–4,0 | 1,5–2,5 | 0,5–1,0 | 40–60 % |
| Stark bewölkt | 1,0–2,0 | 0,5–1,5 | 0,2–0,5 | 10–25 % |
| Regen | 0,5–1,5 | 0,3–0,8 | 0,1–0,3 | 5–15 % |
| Schnee (auf Modulen) | – | – | 0–0,1 | 0–2 % |
Klarer Himmel – Maximale Produktion
An wolkenlosen Sommertagen erreicht Ihre Anlage die maximale Tagesproduktion. Die Leistungskurve folgt einer Glockenkurve mit Spitzenwerten um die Mittagszeit. Eine 10-kWp-Anlage kann an solchen Tagen bis zu 55 kWh erzeugen.
Leichte Bewölkung – Überraschend gute Erträge
Leichte, lockere Bewölkung muss kein Nachteil sein. Durch den sogenannten Cloud-Enhancement-Effekt können kurzzeitig sogar höhere Leistungswerte als bei klarem Himmel auftreten: Wolkenränder bündeln das Sonnenlicht und erzeugen Strahlungsspitzen. Im Tagesmittel liegt der Ertrag bei 40–60 % des Optimums.
Starke Bewölkung – Nur noch Diffusstrahlung
Bei geschlossener Wolkendecke arbeiten die Module ausschließlich mit Diffusstrahlung – dem gestreuten Licht, das durch die Wolken dringt. Der Ertrag sinkt auf 10–25 % eines klaren Tages. Trotzdem erzeugt eine 10-kWp-Anlage selbst an stark bewölkten Sommertagen noch 10–20 kWh.
Regen – Minimale, aber vorhandene Produktion
Auch bei Dauerregen produziert Ihre Anlage Strom – nur eben sehr wenig. Ein Vorteil: Der Regen reinigt die Module und kann den Ertrag der folgenden Sonnentage verbessern.
Schnee – Produktion steht (fast) still
Liegt Schnee auf den Modulen, ist die Produktion nahezu null. Bei steileren Dachneigungen ab 30° rutscht der Schnee in der Regel schnell ab. Wichtig: Entfernen Sie Schnee nie selbstständig von den Modulen – das Risiko von Beschädigungen und Stürzen ist zu hoch.
So schätzen Sie Ihren eigenen PV-Ertrag ein
Um den erwarteten Tagesertrag Ihrer Anlage zu berechnen, gehen Sie in drei Schritten vor:
Schritt 1: Anlagengröße kennen
Prüfen Sie die installierte Leistung Ihrer PV-Anlage in kWp (Kilowatt-Peak). Diese Information finden Sie im Datenblatt, auf der Rechnung Ihres Installateurs oder in der Anlagenüberwachungs-App.
Schritt 2: Monat und Wetter berücksichtigen
Nehmen Sie den Durchschnittswert aus der Tabelle oben für den aktuellen Monat und passen Sie ihn an die Wetterlage an:
- Klarer Tag: Oberer Wert der Monatsspanne
- Gemischte Bewölkung: Mittlerer Wert × 0,6
- Stark bewölkt/Regen: Mittlerer Wert × 0,2
Schritt 3: Korrekturfaktoren anwenden
Multiplizieren Sie mit den relevanten Korrekturfaktoren:
| Faktor | Korrekturfaktor |
|---|---|
| Südausrichtung, 30° Neigung | × 1,00 |
| Ost- oder Westausrichtung | × 0,82 |
| Flachdach (10° Aufständerung) | × 0,93 |
| Leichte Verschattung | × 0,90 |
| Anlage älter als 10 Jahre | × 0,93 |
| Anlage älter als 20 Jahre | × 0,85 |
Beispielrechnung für heute:
Sie haben eine 8-kWp-Anlage mit Südwest-Ausrichtung im März bei leichter Bewölkung:
- Basis-Tagesertrag März: 2,5 kWh/kWp
- Leichte Bewölkung: × 0,6 = 1,5 kWh/kWp
- Südwest-Korrektur: × 0,94 = 1,41 kWh/kWp
- Erwarteter Tagesertrag: 8 × 1,41 = ca. 11,3 kWh
Jahresertrag in Deutschland: Was ist normal?
Der Gesamtjahresertrag einer PV-Anlage in Deutschland liegt je nach Standort und Ausrichtung zwischen 900 und 1.100 kWh pro kWp. Für eine typische 10-kWp-Anlage bedeutet das:
Erwarteter Jahresertrag einer optimal ausgerichteten 10-kWp-Anlage nach Region (Süd, 30°). Durchschnittswerte basierend auf langjährigen Globalstrahlungsdaten.
So ordnen Sie Ihren Jahresertrag ein:
- Unter 850 kWh/kWp: Unterdurchschnittlich – technisches Problem oder starke Verschattung prüfen
- 850–950 kWh/kWp: Akzeptabel – leichte Einschränkungen durch Ausrichtung oder Standort
- 950–1.050 kWh/kWp: Gut – typischer Wert für die meisten Standorte
- Über 1.050 kWh/kWp: Sehr gut – optimale Bedingungen
Wie Sie Ihren Ertrag maximieren
Wenn Sie das Maximum aus Ihrer Solaranlage herausholen möchten, beachten Sie diese Punkte:
-
Regelmäßig den Ertrag überwachen: Vergleichen Sie die tatsächliche Produktion mit den erwarteten Werten. Plötzliche Ertragseinbrüche deuten auf technische Probleme hin.
-
Verschattung minimieren: Lassen Sie regelmäßig prüfen, ob neue Verschattungsquellen (gewachsene Bäume, Neubauten) den Ertrag mindern.
-
Module sauber halten: Bei starker Verschmutzung (Vogelkot, Blütenstaub, Laub) kann eine professionelle Reinigung 3–5 % Mehrertrag bringen.
-
Wechselrichter im Blick behalten: Der Wechselrichter ist die häufigste Fehlerquelle. Prüfen Sie regelmäßig die Fehlermeldungen in der App.
-
Eigenverbrauch optimieren: Je mehr Solarstrom Sie selbst nutzen, desto wirtschaftlicher wird Ihre Anlage. Tipps dazu finden Sie in unserem Ratgeber Eigenverbrauch optimieren.
-
Speicher nachrüsten: Ein Batteriespeicher ermöglicht es Ihnen, den tagsüber erzeugten Strom abends und nachts zu nutzen – und steigert den Eigenverbrauch auf 60–80 %.
Prüfen Sie Ihren heutigen PV-Ertrag
Statt sich auf Durchschnittswerte zu verlassen, können Sie Ihren erwarteten Tagesertrag standortgenau und tagesaktuell berechnen. Unsere kostenlose Solarprognose berücksichtigt:
- Ihren genauen Standort (Postleitzahl)
- Aktuelle Wetterdaten und Wettervorhersage
- Ihre Anlagengröße in kWp
- Ausrichtung und Neigung Ihres Dachs
So sehen Sie auf einen Blick, ob Ihre Anlage heute das erwartete Ergebnis liefert – oder ob Sie nach möglichen Problemen suchen sollten.
Häufige Fragen zum PV-Ertrag
Wie viel kWh produziert eine 10-kWp-Anlage am Tag?
Im Jahresdurchschnitt erzeugt eine 10-kWp-Anlage in Deutschland etwa 25–30 kWh pro Tag. An klaren Sommertagen sind bis zu 55 kWh möglich, an trüben Wintertagen nur 3–8 kWh. Die Schwankung zwischen bestem und schlechtestem Tag kann Faktor 10 betragen.
Warum unterscheidet sich mein Ertrag vom Nachbarn?
Selbst bei gleichgroßen Anlagen im selben Ort kann der Ertrag um 10–20 % abweichen. Ursachen sind unterschiedliche Dachausrichtung, Neigung, Verschattung, Modultypen, Wechselrichter-Effizienz und das Alter der Anlage.
Lohnt sich eine PV-Anlage auch in Norddeutschland?
Ja. Der Ertragsunterschied zwischen Nord- und Süddeutschland beträgt nur etwa 10–15 %. Eine Anlage in Hamburg erzeugt ca. 900–950 kWh/kWp, in München ca. 1.050–1.100 kWh/kWp. Da die Strompreise überall ähnlich hoch sind, lohnt sich Photovoltaik in ganz Deutschland.
Wie genau sind Ertragsprognosen?
Professionelle Prognosen auf Basis von Wetterdaten und Standortinformationen erreichen eine Genauigkeit von ±10–15 % für Tagesprogosen und ±5 % für Jahresprognosen. Unsere Solarprognose nutzt aktuelle Wetterdaten für bestmögliche Genauigkeit.
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