Solarpflicht 2026 – Welche Bundesländer verlangen Solaranlagen?
Übersicht der Solarpflicht nach Bundesland: Wo gilt sie, welche Gebäude sind betroffen, welche Ausnahmen gibt es? Interaktive Karte und Timeline.
Solarpflicht 2026 – Alle Bundesländer im Überblick
Die Solarpflicht – also die gesetzliche Verpflichtung zur Installation einer Photovoltaikanlage – breitet sich in Deutschland immer weiter aus. Stand 2026 haben 11 von 16 Bundesländern eine Form der Solarpflicht eingeführt. Dieser Guide gibt Ihnen einen vollständigen Überblick – einschließlich der Detailregelungen, Ausnahmen und Sanktionen für jedes Bundesland.
Interaktive Karte
Klicken Sie auf ein Bundesland, um die detaillierten Anforderungen zur Solarpflicht zu sehen – einschließlich betroffener Gebäudetypen, Mindestgrößen und Ausnahmen.
Interaktive Karte: Solarpflicht nach Bundesland
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Timeline der Einführung
Die Solarpflicht wurde schrittweise von verschiedenen Bundesländern eingeführt. Baden-Württemberg war Vorreiter mit der Pflicht ab Mai 2022.
Timeline: Einführung der Solarpflicht
2022-05 (Neubau), 2023-01 (Dachsanierung)
Neubau Wohngebäude, Neubau Nichtwohngebäude, Dachsanierung, Neue Parkplätze (>35 Stellplätze)
2023-01
Neubau (alle Gebäude), Dachsanierung
2023-01 (Gewerbe), 2025-01 (Wohnbau)
Neubau Gewerbe/Industrie (seit 2023), Neubau Wohngebäude (seit 2025), Neue Parkplätze
2023-01 (Gewerbe), 2025-01 (Wohnbau)
Neubau Gewerbe (seit 2023), Neubau Wohngebäude (seit 2025)
2023-01 (Neubau), 2025-01 (Dachsanierung)
Neubau (alle Gebäude), Dachsanierung (ab 2025)
2024-01
Neue gewerbliche Parkplätze (>50 Stellplätze), Landeseigene Gebäude
2024-01 (Gewerbe), 2025-01 (Wohnbau), 2026-01 (Dachsanierung)
Neubau Nichtwohngebäude (seit 2024), Neubau Wohngebäude (seit 2025), Dachsanierung (ab 2026), Neue Parkplätze (>35 Stellplätze)
2024-07
Neubau (alle Gebäude), Dachsanierung
2024-11 (Parkplätze), 2025 (Landesgebäude)
Neue Parkplätze (>50 Stellplätze), Landeseigene Gebäude
2025-01
Neubau (alle Gebäude), Dachsanierung
Übersicht: Welche Bundesländer haben eine Solarpflicht?
| Bundesland | Status | Neubau | Dachsanierung | Parkplätze |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Aktiv | Ja (seit 2022) | Ja (seit 2023) | Ja (>35) |
| Bayern | Aktiv | Ja (seit 2023/2025) | Nein | Ja |
| Berlin | Aktiv | Ja (seit 2023) | Ja | Nein |
| Brandenburg | Keine Pflicht | Nein | Nein | Nein |
| Bremen | Aktiv | Ja (seit 2024) | Ja | Nein |
| Hamburg | Aktiv | Ja (seit 2023) | Ja (seit 2025) | Nein |
| Hessen | Aktiv | Nur Landesgebäude | Nein | Ja (>50) |
| Mecklenburg-Vorpommern | Keine Pflicht | Nein | Nein | Nein |
| Niedersachsen | Aktiv | Ja (seit 2023/2025) | Nein | Nein |
| Nordrhein-Westfalen | Aktiv | Ja (seit 2024/2025) | Ja (ab 2026) | Ja (>35) |
| Rheinland-Pfalz | Aktiv | Nur Landesgebäude | Nein | Ja (>50) |
| Saarland | Keine Pflicht | Nein | Nein | Nein |
| Sachsen | Keine Pflicht | Nein | Nein | Nein |
| Sachsen-Anhalt | Keine Pflicht | Nein | Nein | Nein |
| Schleswig-Holstein | Aktiv | Ja (seit 2025) | Ja | Nein |
| Thüringen | Keine Pflicht | Nein | Nein | Nein |
Detailregelungen nach Bundesland
Im Folgenden finden Sie die spezifischen Regelungen, Fristen, betroffenen Gebäudetypen und Ausnahmen für jedes Bundesland mit aktiver Solarpflicht.
Baden-Württemberg – Vorreiter seit 2022
Baden-Württemberg hat als erstes Bundesland eine umfassende Solarpflicht eingeführt und gilt als Vorbild für andere Länder.
| Kriterium | Regelung |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | Klimaschutzgesetz BW (KSG BW) §8a–§8b, Landesbauordnung (LBO BW) |
| Neubau Nichtwohngebäude | Seit 01.01.2022 – alle neuen Nichtwohngebäude |
| Neubau Wohngebäude | Seit 01.05.2022 – alle neuen Wohngebäude |
| Dachsanierung | Seit 01.01.2023 – bei grundlegender Dachsanierung (>50% der Dachfläche) |
| Parkplätze | Seit 01.01.2022 – neue offene Parkplätze ab 35 Stellplätzen |
| Mindestgröße | 60% der geeigneten Dachfläche (Nettodachfläche) |
| Alternative | Solarthermie mit gleichwertiger Leistung zulässig |
| Sanktionen | Bußgeld bis 5.000 EUR, Versagung der Baugenehmigung |
Ausnahmen in Baden-Württemberg:
- Denkmalgeschützte Gebäude und Ensembleschutz
- Wirtschaftliche Unzumutbarkeit (Nachweis durch Wirtschaftlichkeitsberechnung)
- Verschattung über 50% der Dachfläche
- Nutzbare Dachfläche unter 20 m²
- Technische Unmöglichkeit (Statik, Dachform)
- Unterirdische Gebäude ohne Dachfläche
Bayern – Gestaffelt seit 2023
Bayern hat die Solarpflicht gestaffelt eingeführt: zunächst für Gewerbebauten, dann für Wohngebäude.
| Kriterium | Regelung |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | Bayerisches Klimaschutzgesetz (BayKlimaG) Art. 44a–44c |
| Neubau Gewerbe | Seit 01.03.2023 – neue Gewerbe- und Industriegebäude |
| Neubau Wohnen | Seit 01.01.2025 – neue Wohngebäude |
| Dachsanierung | Keine Pflicht bei Dachsanierung |
| Parkplätze | Neue Parkflächen bei Gewerbe- und Industriegebäuden |
| Mindestgröße | 1/3 der geeigneten Dachfläche |
| Alternative | Solarthermie als Erfüllungsoption zulässig |
| Sanktionen | Bußgeld möglich, im Baugenehmigungsverfahren geprüft |
Ausnahmen in Bayern:
- Denkmalschutz und Ensembleschutz
- Wirtschaftliche Unzumutbarkeit
- Technische Unmöglichkeit
- Verschattung
- Kleine Gebäude unter 50 m² Nutzfläche
Berlin – Solargesetz seit 2023
Berlin hat mit dem Solargesetz Berlin (SolG Bln) eine eigenständige gesetzliche Grundlage geschaffen.
| Kriterium | Regelung |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | Solargesetz Berlin (SolG Bln), seit 01.01.2023 |
| Neubau | Alle Neubauten ab 50 m² Nutzfläche (seit 2023) |
| Dachsanierung | Bei wesentlicher Umgestaltung der Dachhaut |
| Parkplätze | Keine eigene Parkplatz-Solarpflicht |
| Mindestgröße | 30% der Nettodachfläche, mindestens 2 kWp |
| Mindestleistung | Module mit mind. 200 Wp/m² |
| Alternative | Solarthermie gleichwertig anrechenbar |
| Sanktionen | Ordnungswidrigkeiten mit Bußgeld bis 5.000 EUR |
Ausnahmen in Berlin:
- Denkmalgeschützte Gebäude
- Wirtschaftliche Unzumutbarkeit (Nachweis: Amortisation > 20 Jahre)
- Verschattung über 50%
- Nutzbare Dachfläche unter 50 m²
- Technische Unmöglichkeit
- Gebäude mit Abrissabsicht (Abrissgenehmigung bereits erteilt)
Hamburg – Umfassend seit 2023
Hamburg hat eine der umfassendsten Solarpflichten mit separaten Regelungen für Neubau und Dachsanierung.
| Kriterium | Regelung |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | Hamburgisches Klimaschutzgesetz (HmbKliSchG) §16 |
| Neubau | Seit 01.01.2023 – alle Neubauten |
| Dachsanierung | Seit 01.01.2025 – bei vollständiger Erneuerung der Dachhaut |
| Parkplätze | Keine eigene Parkplatz-Solarpflicht |
| Mindestgröße | 30% der Bruttodachfläche (Neubau), 30% bei Sanierung |
| Betriebspflicht | Mindestens 20 Jahre Betrieb vorgeschrieben |
| Alternative | Solarthermie bis 50% der Pflichtfläche anrechenbar |
| Sanktionen | Bußgeld bis 50.000 EUR (höchstes in Deutschland) |
Ausnahmen in Hamburg:
- Denkmalschutz
- Wirtschaftliche Unzumutbarkeit
- Verschattung (Nachweis über Verschattungsanalyse)
- Nutzbare Dachfläche unter 50 m²
- Vorrangige Dachbegrünung (Kombination PV + Gründach empfohlen)
- Befristete Gebäude (geplante Nutzung unter 20 Jahre)
Nordrhein-Westfalen – Gestaffelte Einführung 2024–2026
NRW führt die Solarpflicht in drei Stufen ein und hat 2026 mit der Dachsanierungspflicht die umfassendste Regelung.
| Kriterium | Regelung |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | Bauordnung NRW (BauO NRW) §42a, Klimaanpassungsgesetz NRW |
| Stufe 1 (2024) | Seit 01.01.2024 – Parkplätze ab 35 Stellplätzen |
| Stufe 2 (2025) | Seit 01.01.2025 – alle Neubauten (Wohnen + Gewerbe) |
| Stufe 3 (2026) | Seit 01.01.2026 – Dachsanierung bei Wohn- und Nichtwohngebäuden |
| Mindestgröße | 1 kWp pro angefangene 50 m² Nutzfläche |
| Alternative | Solarthermie anrechenbar; auch Fassaden-PV bei Nachweis |
| Sanktionen | Bußgeld bis 25.000 EUR, Nutzungsuntersagung möglich |
Ausnahmen in NRW:
- Denkmalschutz und stadtbildprägende Gebäude
- Wirtschaftliche Unzumutbarkeit (Amortisation > 25 Jahre)
- Verschattung über 50%
- Gebäude mit Nutzfläche unter 50 m²
- Technische Unmöglichkeit
- Befristete Nutzung des Gebäudes (< 10 Jahre)
Niedersachsen – Seit 2023 gestaffelt
| Kriterium | Regelung |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | Niedersächsische Bauordnung (NBauO) §32a |
| Neubau Gewerbe | Seit 01.01.2023 – Nichtwohngebäude ab 75 m² Dachfläche |
| Neubau Wohnen | Seit 01.01.2025 – alle neuen Wohngebäude |
| Dachsanierung | Keine Pflicht bei Dachsanierung |
| Parkplätze | Keine eigene Parkplatz-Solarpflicht |
| Mindestgröße | 50% der geeigneten Dachfläche |
| Alternative | Solarthermie anrechenbar |
| Sanktionen | Im Baugenehmigungsverfahren durchgesetzt |
Ausnahmen in Niedersachsen:
- Denkmalschutz
- Wirtschaftliche Unzumutbarkeit
- Verschattung
- Dachfläche unter 25 m² geeigneter Fläche
- Vorrangige Dachbegrünung möglich
Bremen – Seit 2024
| Kriterium | Regelung |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | Bremisches Klimaschutz- und Energiegesetz (BremKEG) §11 |
| Neubau | Seit 01.07.2024 – alle Neubauten |
| Dachsanierung | Bei wesentlicher Dachsanierung |
| Parkplätze | Keine eigene Parkplatz-Solarpflicht |
| Mindestgröße | 50% der geeigneten Dachfläche |
| Alternative | Solarthermie anrechenbar |
| Sanktionen | Ordnungswidrigkeiten, Bußgeld möglich |
Ausnahmen in Bremen:
- Denkmalschutz
- Wirtschaftliche Unzumutbarkeit
- Verschattung
- Nutzbare Fläche unter 25 m²
- Technische Unmöglichkeit
Schleswig-Holstein – Seit 2025
| Kriterium | Regelung |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | Landesbauordnung Schleswig-Holstein (LBO SH) §6a, Energiewende- und Klimaschutzgesetz (EWKG) |
| Neubau | Seit 01.01.2025 – alle Neubauten (Wohnen + Gewerbe) |
| Dachsanierung | Bei wesentlicher Dachsanierung (vollständige Eindeckung) |
| Parkplätze | Keine eigene Parkplatz-Solarpflicht |
| Mindestgröße | Anteilig nach Dachfläche (Landesverordnung) |
| Alternative | Solarthermie anrechenbar |
| Sanktionen | Im Baugenehmigungsverfahren durchgesetzt |
Ausnahmen in Schleswig-Holstein:
- Denkmalschutz
- Wirtschaftliche Unzumutbarkeit
- Technische Unmöglichkeit
- Verschattung
Hessen – Teilpflicht für Landesgebäude und Parkplätze
| Kriterium | Regelung |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | Hessisches Energiegesetz (HEG) §4a |
| Neubau | Nur landeseigene Gebäude – keine Pflicht für Private |
| Dachsanierung | Keine Pflicht |
| Parkplätze | Neue Parkflächen ab 50 Stellplätzen |
| Mindestgröße | Landeseigene Gebäude: wirtschaftlich sinnvoller Anteil |
| Sanktionen | Verwaltungsintern (landeseigene Gebäude) |
Rheinland-Pfalz – Teilpflicht für Landesgebäude und Parkplätze
| Kriterium | Regelung |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | Landessolargesetz Rheinland-Pfalz (LSolarG) |
| Neubau | Nur landeseigene Gebäude – keine Pflicht für Private |
| Dachsanierung | Keine Pflicht |
| Parkplätze | Neue Parkflächen ab 50 Stellplätzen (privat und öffentlich) |
| Mindestgröße | Parkplätze: solar-überdachte Stellflächen |
| Sanktionen | Verwaltungsintern bzw. im Baugenehmigungsverfahren |
Bundesländer ohne Solarpflicht
Fünf Bundesländer haben derzeit keine Solarpflicht: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. In einigen dieser Länder laufen jedoch Diskussionen zur Einführung.
Betroffene Gebäudetypen im Vergleich
Die Solarpflicht unterscheidet in der Regel zwischen verschiedenen Gebäudekategorien. Nicht jedes Bundesland reguliert alle Typen:
| Bundesland | Neubau Wohnen | Neubau Gewerbe | Dachsanierung | Parkplätze |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Seit 05/2022 | Seit 01/2022 | Seit 01/2023 | Ab 35 Plätze |
| Bayern | Seit 01/2025 | Seit 03/2023 | — | Bei Gewerbe |
| Berlin | Seit 01/2023 | Seit 01/2023 | Bei Dachumbau | — |
| Bremen | Seit 07/2024 | Seit 07/2024 | Bei Dachumbau | — |
| Hamburg | Seit 01/2023 | Seit 01/2023 | Seit 01/2025 | — |
| Hessen | — | Nur Land | — | Ab 50 Plätze |
| Niedersachsen | Seit 01/2025 | Seit 01/2023 | — | — |
| NRW | Seit 01/2025 | Seit 01/2025 | Seit 01/2026 | Ab 35 Plätze |
| Rheinland-Pfalz | — | Nur Land | — | Ab 50 Plätze |
| Schleswig-Holstein | Seit 01/2025 | Seit 01/2025 | Bei Dachumbau | — |
Mindest-PV-Leistung und Mindestfläche nach Bundesland
Die vorgeschriebene Mindestgröße der PV-Anlage variiert erheblich. Grundsätzlich gibt es zwei Berechnungsansätze:
Flächenbasiert
% der Dachfläche
Vorteile
- Einfach zu berechnen
- Berücksichtigt Gebäudegröße automatisch
- Flächeneffiziente Module werden belohnt
Nachteile
- Keine direkte Leistungsgarantie
- Definition „geeigneter Fläche" variiert
Die meisten Bundesländer nutzen diesen Ansatz
Leistungsbasiert
kWp pro m² Nutzfläche
Vorteile
- Konkrete Leistungsvorgabe
- Unabhängig von Dachform
- Gut kalkulierbar
Nachteile
- Kann bei kleinen Dächern schwierig sein
- Berücksichtigt Dacheignung nicht automatisch
NRW nutzt als einziges Land diesen Ansatz
| Bundesland | Mindestgröße | Berechnungsgrundlage | Beispiel EFH (120 m² Dach) |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 60% der geeigneten Fläche | Nettodachfläche | ~72 m² → ~14 kWp |
| Bayern | 1/3 der geeigneten Fläche | Dachflächenanteil | ~40 m² → ~8 kWp |
| Berlin | 30% der Nettodachfläche | Nettodachfläche (min. 2 kWp) | ~36 m² → ~7 kWp |
| Bremen | 50% der geeigneten Fläche | Dachflächenanteil | ~60 m² → ~12 kWp |
| Hamburg | 30% der Bruttodachfläche | Bruttodachfläche | ~36 m² → ~7 kWp |
| Niedersachsen | 50% der geeigneten Fläche | Dachflächenanteil | ~60 m² → ~12 kWp |
| NRW | 1 kWp / 50 m² Nutzfläche | Gebäudenutzfläche | 150 m² Nutzfläche → 3 kWp |
| Schleswig-Holstein | Anteilig nach Dachfläche | Landesverordnung | Je nach Verordnung |
Ausnahmen und Befreiungsmöglichkeiten
Alle Bundesländer mit Solarpflicht sehen Ausnahmen vor. Die häufigsten sind:
| Ausnahmegrund | Beschreibung | In wie vielen Ländern | Nachweis erforderlich |
|---|---|---|---|
| Denkmalschutz | Denkmalgeschützte Gebäude oder Ensembles | Alle 11 Länder | Denkmalschutz-Bescheid |
| Wirtschaftliche Unzumutbarkeit | Amortisation über der Schwelle (20–25 Jahre je nach Land) | 10 von 11 Ländern | Wirtschaftlichkeitsberechnung oder Gutachten |
| Verschattung | Dauerhafte Verschattung >50% der Dachfläche | 8 von 11 Ländern | Verschattungsanalyse / Simulation |
| Zu kleine Dachfläche | Nutzbare Dachfläche unter Mindestgröße (20–50 m²) | 6 von 11 Ländern | Flächenberechnung / Bauplan |
| Technische Unmöglichkeit | Statik, Dachkonstruktion oder andere Hindernisse | 5 von 11 Ländern | Statik-Gutachten |
| Vorrangige Dachbegrünung | Gründach als Alternative oder Kombination | 3 von 11 Ländern | Begrünungsplanung |
Sanktionen bei Nicht-Einhaltung
Die Sanktionen bei Verstößen gegen die Solarpflicht unterscheiden sich erheblich zwischen den Bundesländern:
| Bundesland | Maximales Bußgeld | Weitere Maßnahmen |
|---|---|---|
| Hamburg | Bis 50.000 EUR | Nutzungsuntersagung, nachträgliche Anordnung |
| NRW | Bis 25.000 EUR | Nutzungsuntersagung, Baustopp |
| Baden-Württemberg | Bis 5.000 EUR | Versagung der Baugenehmigung |
| Berlin | Bis 5.000 EUR | Nachträgliche Anordnung |
| Bayern | Im Einzelfall | Im Baugenehmigungsverfahren |
| Bremen | Im Einzelfall | Ordnungswidrigkeiten |
| Niedersachsen | Im Einzelfall | Im Baugenehmigungsverfahren |
| Schleswig-Holstein | Im Einzelfall | Im Baugenehmigungsverfahren |
| Hessen | Verwaltungsintern | Nur landeseigene Gebäude |
| Rheinland-Pfalz | Verwaltungsintern | Nur landeseigene Gebäude/Parkplätze |
Häufig gestellte Fragen
Gilt die Solarpflicht auch für bestehende Gebäude?
In der Regel gilt die Solarpflicht nur für Neubauten und in einigen Bundesländern für grundlegende Dachsanierungen. Eine generelle Nachrüstpflicht für Bestandsgebäude gibt es in keinem Bundesland. Wenn Sie jedoch Ihr Dach grundlegend sanieren (z.B. in Baden-Württemberg, Hamburg oder ab 2026 in NRW), kann die Pflicht greifen.
Kann ich statt Photovoltaik auch Solarthermie installieren?
Ja, in den meisten Bundesländern (z.B. Baden-Württemberg, Bayern) kann die Pflicht auch durch eine Solarthermie-Anlage erfüllt werden. Prüfen Sie die Landesgesetzgebung für die genauen Bedingungen. In der Praxis ist Photovoltaik meist wirtschaftlich vorteilhafter, da die Einspeisevergütung und der Eigenverbrauch zusätzliche Einnahmen bzw. Einsparungen bringen.
Wer kontrolliert die Einhaltung der Solarpflicht?
Die untere Bauaufsichtsbehörde prüft die Einhaltung im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens. Bei Verstößen können Bußgelder verhängt werden. Die Höhe variiert nach Bundesland – von 1.000 EUR in Bayern bis 50.000 EUR in Hamburg.
Was kostet die Einhaltung der Solarpflicht?
Die Kosten hängen von der Gebäudegröße und dem Bundesland ab. Für ein typisches Einfamilienhaus rechnen Sie mit 8.000–15.000 EUR für die PV-Anlage. Dank der 0% MwSt (bis Ende 2026) und der Einspeisevergütung amortisiert sich die Investition in 8–12 Jahren. Nutzen Sie unseren PV-Rechner für eine individuelle Berechnung.
Kann ich Fördermittel für die Pflichtanlage nutzen?
Ja. Die 0% MwSt-Regelung für Wohn-PV gilt unabhängig davon, ob eine Pflicht besteht. Auch KfW-Kredite und regionale Förderprogramme können genutzt werden. Informieren Sie sich bei Ihrem Bundesland über landesspezifische Zuschüsse. Einen vollständigen Überblick finden Sie in unserem Förderung Guide 2026.
Gibt es eine bundesweite Solarpflicht?
Nein, eine bundeseinheitliche Solarpflicht gibt es derzeit nicht. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) des Bundes enthält keine Solarpflicht. Die Regelungen werden auf Landesebene erlassen, was zu einem Flickenteppich führt. Diskussionen über eine bundesweite Regelung laufen seit Jahren, ein konkreter Gesetzentwurf liegt jedoch nicht vor.
Was passiert, wenn ich die Solarpflicht nicht einhalte?
Verstöße können mit Bußgeldern geahndet werden – in Hamburg bis zu 50.000 EUR, in NRW bis zu 25.000 EUR, in Baden-Württemberg und Berlin bis zu 5.000 EUR. In der Praxis ist das größte Risiko die Versagung der Baugenehmigung: Bauämter prüfen die Einhaltung im Genehmigungsverfahren und können den Bau stoppen, bis die Pflicht erfüllt ist.
Quellen und weiterführende Links
Die Informationen auf dieser Seite basieren auf den offiziellen Landesgesetzgebungen:
Landesgesetze:
- Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg (KSG BW) – §8a–§8b Solarpflicht
- Bayerisches Klimaschutzgesetz (BayKlimaG) – Art. 44a–44c
- Solargesetz Berlin (SolG Bln) – Solarpflicht seit 2023
- Bremisches Klimaschutz- und Energiegesetz (BremKEG) – §11
- Hamburgisches Klimaschutzgesetz (HmbKliSchG) – §16
- Hessisches Energiegesetz (HEG) – §4a
- Niedersächsische Bauordnung (NBauO) – §32a
- Bauordnung NRW (BauO NRW) – §42a
- Landessolargesetz Rheinland-Pfalz (LSolarG)
- Landesbauordnung Schleswig-Holstein (LBO SH) – §6a
Weitere Quellen:
Siehe auch: PV-Rechner · Kosten Guide 2026 · Förderung 2026 · Solarspitzengesetz · Energy Sharing · Balkonkraftwerk Regeln 2026
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