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Solarpflicht 2026 – Welche Bundesländer verlangen Solaranlagen?

Übersicht der Solarpflicht nach Bundesland: Wo gilt sie, welche Gebäude sind betroffen, welche Ausnahmen gibt es? Interaktive Karte und Timeline.

~15 Min. Lesezeit Von Solantiq Redaktion

Solarpflicht 2026 – Alle Bundesländer im Überblick

Die Solarpflicht – also die gesetzliche Verpflichtung zur Installation einer Photovoltaikanlage – breitet sich in Deutschland immer weiter aus. Stand 2026 haben 11 von 16 Bundesländern eine Form der Solarpflicht eingeführt. Dieser Guide gibt Ihnen einen vollständigen Überblick.

Interaktive Karte

Klicken Sie auf ein Bundesland, um die detaillierten Anforderungen zur Solarpflicht zu sehen – einschließlich betroffener Gebäudetypen, Mindestgrößen und Ausnahmen.

Interaktive Karte: Solarpflicht nach Bundesland

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Geplant
Keine Pflicht
Solarpflicht nach BundeslandSHHHMVHBNIBBBESTNWHETHSNRPSLBWBY

Klicken Sie auf ein Bundesland, um die Solarpflicht-Details anzuzeigen.

Timeline der Einführung

Die Solarpflicht wurde schrittweise von verschiedenen Bundesländern eingeführt. Baden-Württemberg war Vorreiter mit der Pflicht ab Mai 2022.

Timeline: Einführung der Solarpflicht

Baden-WürttembergAktiv

2022-05 (Neubau), 2023-01 (Dachsanierung)

Neubau Wohngebäude, Neubau Nichtwohngebäude, Dachsanierung, Neue Parkplätze (>35 Stellplätze)

BerlinAktiv

2023-01

Neubau (alle Gebäude), Dachsanierung

BayernAktiv

2023-01 (Gewerbe), 2025-01 (Wohnbau)

Neubau Gewerbe/Industrie (seit 2023), Neubau Wohngebäude (seit 2025), Neue Parkplätze

NiedersachsenAktiv

2023-01 (Gewerbe), 2025-01 (Wohnbau)

Neubau Gewerbe (seit 2023), Neubau Wohngebäude (seit 2025)

HamburgAktiv

2023-01 (Neubau), 2025-01 (Dachsanierung)

Neubau (alle Gebäude), Dachsanierung (ab 2025)

Rheinland-PfalzAktiv

2024-01

Neue gewerbliche Parkplätze (>50 Stellplätze), Landeseigene Gebäude

Nordrhein-WestfalenAktiv

2024-01 (Gewerbe), 2025-01 (Wohnbau), 2026-01 (Dachsanierung)

Neubau Nichtwohngebäude (seit 2024), Neubau Wohngebäude (seit 2025), Dachsanierung (ab 2026), Neue Parkplätze (>35 Stellplätze)

BremenAktiv

2024-07

Neubau (alle Gebäude), Dachsanierung

HessenAktiv

2024-11 (Parkplätze), 2025 (Landesgebäude)

Neue Parkplätze (>50 Stellplätze), Landeseigene Gebäude

Schleswig-HolsteinAktiv

2025-01

Neubau (alle Gebäude), Dachsanierung

Übersicht: Welche Bundesländer haben eine Solarpflicht?

BundeslandStatusNeubauDachsanierungParkplätze
Baden-WürttembergAktivJa (seit 2022)Ja (seit 2023)Ja (>35)
BayernAktivJa (seit 2023/2025)NeinJa
BerlinAktivJa (seit 2023)JaNein
BrandenburgKeine PflichtNeinNeinNein
BremenAktivJa (seit 2024)JaNein
HamburgAktivJa (seit 2023)Ja (seit 2025)Nein
HessenAktivNur LandesgebäudeNeinJa (>50)
Mecklenburg-VorpommernKeine PflichtNeinNeinNein
NiedersachsenAktivJa (seit 2023/2025)NeinNein
Nordrhein-WestfalenAktivJa (seit 2024/2025)Ja (ab 2026)Ja (>35)
Rheinland-PfalzAktivNur LandesgebäudeNeinJa (>50)
SaarlandKeine PflichtNeinNeinNein
SachsenKeine PflichtNeinNeinNein
Sachsen-AnhaltKeine PflichtNeinNeinNein
Schleswig-HolsteinAktivJa (seit 2025)JaNein
ThüringenKeine PflichtNeinNeinNein

Betroffene Gebäudetypen

Die Solarpflicht unterscheidet in der Regel zwischen verschiedenen Gebäudekategorien:

Neubau Wohngebäude

Die meisten Bundesländer mit Solarpflicht verpflichten Bauherren neuer Wohngebäude zur Installation einer PV-Anlage. Die Mindestgröße variiert:

  • Baden-Württemberg: 60% der geeigneten Dachfläche
  • Berlin: 30% der Nettodachfläche
  • NRW: 1 kWp pro angefangene 50 m² Nutzfläche
  • Niedersachsen: 50% der geeigneten Dachfläche

Neubau Nichtwohngebäude (Gewerbe)

Gewerbliche Neubauten unterliegen oft strengeren oder früheren Anforderungen. In Bayern und Niedersachsen galt die Pflicht für Gewerbebauten bereits ab 2023, ein bis zwei Jahre vor der Wohnbaupflicht.

Dachsanierung

Einige Bundesländer erweitern die Pflicht auf grundlegende Dachsanierungen:

  • Baden-Württemberg: seit 2023
  • Hamburg: seit 2025
  • NRW: ab 2026
  • Berlin, Bremen, Schleswig-Holstein: bei wesentlicher Dachsanierung

Parkplätze

Großflächige Parkplätze müssen in mehreren Bundesländern mit Solar-Überdachungen ausgestattet werden:

  • Baden-Württemberg & NRW: ab 35 Stellplätze
  • Hessen & Rheinland-Pfalz: ab 50 Stellplätze
Anzahl betroffener Gebäudetypen je Bundesland
BW4 Typen
NW4 Typen
HH2 Typen
BE2 Typen
NI2 Typen
BY3 Typen
HB2 Typen
SH2 Typen
HE2 Typen
RP2 Typen

Ausnahmen von der Solarpflicht

Alle Bundesländer mit Solarpflicht sehen Ausnahmen vor. Die häufigsten sind:

AusnahmegrundBeschreibungIn wie vielen Ländern
DenkmalschutzDenkmalgeschützte Gebäude oder Ensembles sind in der Regel ausgenommenAlle 11 Länder
Wirtschaftliche UnzumutbarkeitWenn die Installation wirtschaftlich nicht tragbar ist (Nachweis erforderlich)10 von 11 Ländern
VerschattungStarke dauerhafte Verschattung der Dachfläche (>50%)8 von 11 Ländern
Zu kleine DachflächeNutzbare Dachfläche unter Mindestgröße (20-50 m² je nach Land)6 von 11 Ländern
Technische UnmöglichkeitStatik, Dachkonstruktion oder andere technische Hindernisse5 von 11 Ländern

Mindest-Anlagengrößen nach Bundesland

Die vorgeschriebene Mindestgröße der PV-Anlage variiert erheblich:

BundeslandMindestgrößeBerechnungsgrundlage
Baden-Württemberg60% der geeigneten DachflächeDachflächenanteil
Bayern1/3 der geeigneten DachflächeDachflächenanteil
Berlin30% der NettodachflächeNettodachfläche
Bremen50% der geeigneten DachflächeDachflächenanteil
Hamburg30% der DachflächeBruttodachfläche
Niedersachsen50% der geeigneten DachflächeDachflächenanteil
NRW1 kWp / 50 m² NutzflächeGebäudenutzfläche
Schleswig-HolsteinAnteilig nach DachflächeDachflächenanteil

Häufig gestellte Fragen

Gilt die Solarpflicht auch für bestehende Gebäude?

In der Regel gilt die Solarpflicht nur für Neubauten und in einigen Bundesländern für grundlegende Dachsanierungen. Eine generelle Nachrüstpflicht für Bestandsgebäude gibt es in keinem Bundesland. Wenn Sie jedoch Ihr Dach grundlegend sanieren (z.B. in Baden-Württemberg, Hamburg oder ab 2026 in NRW), kann die Pflicht greifen.

Kann ich statt Photovoltaik auch Solarthermie installieren?

Ja, in den meisten Bundesländern (z.B. Baden-Württemberg, Bayern) kann die Pflicht auch durch eine Solarthermie-Anlage erfüllt werden. Prüfen Sie die Landesgesetzgebung für die genauen Bedingungen. In der Praxis ist Photovoltaik meist wirtschaftlich vorteilhafter.

Wer kontrolliert die Einhaltung der Solarpflicht?

Die untere Bauaufsichtsbehörde prüft die Einhaltung im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens. Bei Verstößen können Bußgelder verhängt werden. Die Höhe variiert nach Bundesland.

Was kostet die Einhaltung der Solarpflicht?

Die Kosten hängen von der Gebäudegröße und dem Bundesland ab. Für ein typisches Einfamilienhaus rechnen Sie mit 8.000-15.000 EUR für die PV-Anlage. Diese Investition amortisiert sich in der Regel innerhalb von 8-12 Jahren. Nutzen Sie unseren PV-Rechner für eine individuelle Berechnung.

Kann ich Fördermittel für die Pflichtanlage nutzen?

Ja. Die 0% MwSt-Regelung für Wohn-PV gilt unabhängig davon, ob eine Pflicht besteht. Auch KfW-Kredite und regionale Förderprogramme können genutzt werden. Informieren Sie sich bei Ihrem Bundesland über landesspezifische Zuschüsse.

Gibt es eine bundesweite Solarpflicht?

Nein, eine bundeseinheitliche Solarpflicht gibt es derzeit nicht. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) des Bundes enthält keine Solarpflicht. Die Regelungen werden auf Landesebene erlassen, was zu einem Flickenteppich führt. Diskussionen über eine bundesweite Regelung laufen seit Jahren.

Die Informationen auf dieser Seite basieren auf den offiziellen Landesgesetzgebungen und folgenden Quellen:


Siehe auch: PV-Rechner · Kosten Guide 2026 · Balkonkraftwerk

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