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Wärmepumpe mit Photovoltaik: So kombinieren Sie beides optimal

Wärmepumpe mit Photovoltaik kombinieren: Dimensionierung, Sektorkopplung, JAZ, SG-Ready, Förderung 2026 und Wirtschaftlichkeitsrechnung. Jetzt optimal planen.

~20 Min. Lesezeit Von Solantiq Redaktion

Wärmepumpe mit Photovoltaik: So kombinieren Sie beides optimal

Die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaikanlage ist die effizienteste Art, ein Haus mit erneuerbarer Energie zu heizen. Durch die sogenannte Sektorkopplung – die Verbindung von Strom- und Wärmesektor – senken Sie Ihre Heizkosten um 30–50 % und steigern den Eigenverbrauch Ihrer Solaranlage auf bis zu 60–70 %. In diesem Guide erfahren Sie alles zu Dimensionierung, Technik, Förderung und Wirtschaftlichkeit.

Sektorkopplung: Warum Strom und Wärme zusammengehören

Sektorkopplung bedeutet, dass Sie Ihren selbst erzeugten Solarstrom nicht nur für Haushaltsstrom, sondern auch zum Heizen nutzen. Die Wärmepumpe wandelt den PV-Strom in Wärme um – und das extrem effizient: Aus 1 kWh Strom werden 3–5 kWh Wärme.

Energiekosten im Heizungsvergleich (pro Jahr, 150 m² Einfamilienhaus)
Gasheizung2.800 EUR
Ölheizung3.200 EUR
Wärmepumpe + Netzstrom1.600 EUR
Wärmepumpe + PV-Strom800 EUR

Annahmen: Wärmebedarf 16.000 kWh/Jahr | Gas: 12 ct/kWh, Öl: 14 ct/kWh, Netzstrom: 32 ct/kWh, PV-Strom: 8 ct/kWh | WP-JAZ: 3,5

So funktioniert die Kombination

  1. PV-Anlage erzeugt Strom aus Sonnenlicht auf Ihrem Dach
  2. Wärmepumpe nutzt den Strom, um Umweltwärme (Luft, Erdreich oder Grundwasser) auf Heiztemperatur zu bringen
  3. Pufferspeicher (Warmwasserspeicher) speichert die Wärme für den späteren Bedarf
  4. Energiemanagement-System (HEMS) steuert: Bei PV-Überschuss wird die Wärmepumpe bevorzugt eingeschaltet

Das Ergebnis: Sie heizen zu einem großen Teil mit kostenlosem Solarstrom statt mit teurem Netzstrom. Und jede kWh Solarstrom, die Sie selbst verbrauchen (Wert: ~32 ct), ist wirtschaftlich besser als Einspeisung (7,78 ct).

Vorteile der Kombination

Vorteile der Kombination Wärmepumpe + Photovoltaik
VorteilDetailWirtschaftlicher Effekt
Höherer EigenverbrauchWärmepumpe nutzt Solarstrom-Überschuss zum HeizenEigenverbrauchsquote steigt auf 50–70 %
Geringere HeizkostenPV-Strom kostet nur 8–10 ct/kWh statt 32 ct/kWh Netzstrom700–1.200 EUR Ersparnis pro Jahr
Bessere PV-RenditeMehr Eigenverbrauch = mehr gesparter NetzstromPV-Rendite steigt von 5–6 % auf 7–9 %
Thermischer SpeicherPufferspeicher speichert PV-Überschuss als WärmeGünstige Energiespeicherung (~1 ct/kWh vs 600–1.000 EUR/kWh Batterie)
CO₂-freies HeizenWärmepumpe + Solarstrom = 100 % erneuerbare Wärme3–5 Tonnen CO₂-Einsparung pro Jahr vs. Gasheizung
UnabhängigkeitKein fossiler Brennstoff, weniger Netzstrom-AbhängigkeitSchutz vor steigenden Gas- und Strompreisen

Wärmepumpen-Typen im Vergleich

Für die Kombination mit einer PV-Anlage kommen verschiedene Wärmepumpen-Typen in Frage:

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Am häufigsten verbaut

Wirkungsgrad
Preis/kWp
12.000–18.000 EUR
Vorteile
  • Niedrige Anschaffungskosten
  • Einfache Installation (keine Bohrung nötig)
  • Für Bestandsgebäude und Neubauten geeignet
  • Kurze Installationszeit (1–3 Tage)
Nachteile
  • Niedrigere JAZ (3–4) als Erdwärme
  • Leistung sinkt bei tiefen Außentemperaturen
  • Außengerät erzeugt Geräusche (30–50 dB)
Ideal für

Standard-Einfamilienhäuser, Sanierungen, Häuser ohne Gartenfläche

Sole-Wasser (Erdwärme)

Höchste Effizienz

Wirkungsgrad
Preis/kWp
20.000–30.000 EUR
Vorteile
  • Beste JAZ (4–5) – höchste Effizienz
  • Konstante Leistung ganzjährig
  • Kein Außengerät – kein Lärm
  • Passive Kühlung im Sommer möglich
Nachteile
  • Hohe Erschließungskosten (Erdbohrung 8.000–12.000 EUR)
  • Genehmigung der Erdbohrung erforderlich
  • Nicht überall möglich (Wasserschutzgebiete)
Ideal für

Neubauten, große Grundstücke, Passivhäuser

Wasser-Wasser (Grundwasser)

Selten, aber sehr effizient

Wirkungsgrad
Preis/kWp
22.000–35.000 EUR
Vorteile
  • Sehr hohe JAZ (5–6)
  • Konstante Grundwassertemperatur (8–12 °C)
  • Effizient auch bei strengem Frost
Nachteile
  • Zwei Brunnen nötig (Saug- und Schluckbrunnen)
  • Wasserrechtliche Genehmigung erforderlich
  • Höchste Investitionskosten
  • Nur bei geeignetem Grundwasserspiegel möglich
Ideal für

Gebiete mit geeignetem Grundwasser, Gewerbeobjekte

Jahresarbeitszahl (JAZ): Die wichtigste Kennzahl

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt an, wie viel Wärmeenergie die Wärmepumpe im Durchschnitt eines Jahres aus einer kWh Strom erzeugt. Je höher die JAZ, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe – und desto weniger Strom (und PV-Leistung) benötigen Sie.

Vergleich: JAZ und Strombedarf verschiedener Wärmepumpen-Typen | Wärmebedarf: 16.000 kWh/Jahr (140 m² EFH) | Netzstrom: 32 ct/kWh, Solarstrom: 8 ct/kWh
Wärmepumpen-TypTypische JAZStrombedarf bei 16.000 kWh WärmeStromkosten (Netzstrom)Stromkosten (50 % Solar)
Luft-Wasser3,0–4,04.000–5.300 kWh1.280–1.700 EUR640–850 EUR
Sole-Wasser (Erdwärme)4,0–5,03.200–4.000 kWh1.024–1.280 EUR512–640 EUR
Wasser-Wasser5,0–6,02.700–3.200 kWh864–1.024 EUR432–512 EUR

Wovon die JAZ abhängt

Die JAZ wird maßgeblich durch die Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und Vorlauftemperatur bestimmt:

Einflussfaktoren auf die Jahresarbeitszahl
EinflussfaktorGut für JAZSchlecht für JAZ
Vorlauftemperatur30–35 °C (Fußbodenheizung)55–70 °C (alte Heizkörper)
WärmequelleErdwärme (konstant 10 °C)Luft bei −10 °C im Winter
GebäudedämmungKfW 55/40, PassivhausUnsanierter Altbau
Warmwassertemperatur45–50 °C (WP-optimiert)60 °C (Legionellenschutz ohne WP-Funktion)

PV-Anlage dimensionieren: Wie viel kWp für die Wärmepumpe?

Die richtige Dimensionierung der PV-Anlage ist entscheidend für die Wirtschaftlichkeit der Kombination. Die zusätzlich benötigte PV-Leistung hängt vom Strombedarf der Wärmepumpe ab:

Dimensionierungsempfehlung PV-Anlage für Wärmepumpe | Haushaltsstrom-Grundbedarf: 4.000–5.000 kWh (7–8 kWp) nicht eingerechnet | PV-Ertrag: 950 kWh/kWp/Jahr
GebäudetypWärmebedarfWP-Strombedarf (JAZ 3,5)Zusätzliche PV-LeistungEmpfohlene PV-Gesamtleistung
Neubau KfW 55 (120 m²)7.000–9.000 kWh2.000–2.600 kWh+3 kWp10–12 kWp
Einfamilienhaus saniert (150 m²)12.000–16.000 kWh3.400–4.600 kWh+4–5 kWp12–15 kWp
Einfamilienhaus teilsaniert (150 m²)16.000–22.000 kWh4.600–6.300 kWh+5–7 kWp14–18 kWp
Zweifamilienhaus (250 m²)20.000–30.000 kWh5.700–8.600 kWh+6–9 kWp18–25 kWp

Saisonaler Mismatch: Die größte Herausforderung

Das Grundproblem der Kombination: Die PV-Anlage erzeugt den meisten Strom im Sommer, die Wärmepumpe braucht den meisten Strom im Winter.

Saisonaler Versatz: PV-Ertrag vs. Wärmepumpen-Strombedarf
Jan35 kWh/kWp
Feb55 kWh/kWp
Mär85 kWh/kWp
Apr110 kWh/kWp
Mai130 kWh/kWp
Jun135 kWh/kWp
Jul130 kWh/kWp
Aug115 kWh/kWp
Sep90 kWh/kWp
Okt60 kWh/kWp
Nov35 kWh/kWp
Dez25 kWh/kWp

Typischer PV-Monatsertrag pro kWp in Süddeutschland (Gesamtjahr: ~1.000 kWh/kWp)

Monatlicher Wärmepumpen-Strombedarf (Luft-Wasser, JAZ 3,5, 16.000 kWh Wärmebedarf)
Jan750 kWh
Feb650 kWh
Mär500 kWh
Apr300 kWh
Mai150 kWh
Jun100 kWh
Jul80 kWh
Aug80 kWh
Sep150 kWh
Okt350 kWh
Nov550 kWh
Dez700 kWh

Strombedarf inkl. Warmwasser (ganzjährig) | Heizperiode Oktober–April

Auswirkungen des saisonalen Versatzes

Saisonale Deckung bei 12 kWp PV + Luft-Wasser-Wärmepumpe (4.360 kWh Strombedarf) | Süddeutschland
JahreszeitPV-Ertrag (12 kWp)WP-StrombedarfSolarer DeckungsanteilStrategie
Sommer (Jun–Aug)~3.800 kWh~260 kWh (nur Warmwasser)90–100 %Überschuss einspeisen oder Speicher laden
Übergang (Mär–Mai, Sep–Okt)~4.750 kWh~1.450 kWh40–70 %PV-Überschuss gezielt für WP nutzen (SG-Ready)
Winter (Nov–Feb)~1.500 kWh~2.650 kWh10–20 %Netzstrom (WP-Tarif nutzen), mittags PV-Direktnutzung

SG-Ready: Intelligente Kopplung von Wärmepumpe und PV

Die SG-Ready-Schnittstelle (Smart Grid Ready) ist der Schlüssel zur optimalen Kombination. Sie ermöglicht es einem Energiemanagement-System, die Wärmepumpe gezielt bei PV-Überschuss einzuschalten.

Die vier SG-Ready-Betriebszustände

SG-Ready-Betriebszustände nach BWP-Standard | Signal: 2 potentialfreie Kontakte (Relais)
BetriebszustandSignalBeschreibungPV-Anwendung
1: Sperrung1:0Wärmepumpe wird gesperrt (max. 2 Stunden)Bei negativen Strompreisen oder Netzüberlastung
2: Normalbetrieb0:0Wärmepumpe arbeitet nach eigenem ReglerKein PV-Überschuss vorhanden
3: Erhöhter Betrieb0:1WP erhöht Solltemperatur im PufferspeicherMäßiger PV-Überschuss – Puffer aufheizen
4: Anlaufbefehl1:1WP läuft mit maximaler Leistung (Sofort-Ein)Hoher PV-Überschuss – maximale Wärmeproduktion

So funktioniert die Steuerung in der Praxis

  1. Energiemanagement-System (HEMS) misst den aktuellen PV-Überschuss am Smart Meter
  2. Bei >2 kW Überschuss: HEMS sendet SG-Ready-Signal „Zustand 3” → Wärmepumpe erhöht Pufferspeicher-Temperatur um 2–5 °C
  3. Bei >4 kW Überschuss: HEMS sendet „Zustand 4” → Wärmepumpe läuft mit voller Leistung und heizt den Pufferspeicher maximal auf
  4. Thermischer Speicher (Pufferspeicher 500–1.000 L) nimmt die Überschusswärme auf und gibt sie abends/nachts ab
  5. Bei sinkendem Überschuss: Zurück auf Normalbetrieb – Wärmepumpe regelt nach eigenem Regler

Rolle des Batteriespeichers in der Kombination

Bei einer PV-Anlage mit Wärmepumpe stellt sich die Frage: Lohnt sich ein zusätzlicher Batteriespeicher?

Ohne Batteriespeicher

PV + Wärmepumpe + Pufferspeicher

Wirkungsgrad
Preis/kWp
Keine Zusatzkosten
Vorteile
  • Pufferspeicher speichert PV-Überschuss als Wärme (günstig)
  • Eigenverbrauch bereits 45–55 % durch WP-Kopplung
  • Geringere Gesamtinvestition
  • Schnellere Amortisation der PV-Anlage
Nachteile
  • Kein Solarstrom am Abend für Haushaltsstrom
  • Nachts wird Netzstrom für Haushalt benötigt
  • Geringerer Autarkiegrad (40–50 %)
Ideal für

Budget-orientierte Lösung, wenn Wärmepumpe Hauptverbraucher ist

Mit Batteriespeicher

PV + Wärmepumpe + Batterie + Pufferspeicher

Wirkungsgrad
Preis/kWp
5.000–10.000 EUR zusätzlich
Vorteile
  • Eigenverbrauch steigt auf 60–70 %
  • Solarstrom auch abends und nachts nutzbar
  • Höherer Autarkiegrad (60–75 %)
  • Wärmepumpe kann nachts teilweise mit Batteriestrom laufen
Nachteile
  • Höhere Gesamtinvestition (5–10 kWh = 5.000–10.000 EUR)
  • Marginalnutzen geringer als ohne WP (da WP bereits Eigenverbrauch steigert)
  • Amortisation des Speichers: 10–15 Jahre
Ideal für

Maximale Autarkie, hoher Abendverbrauch im Haushalt

Förderung für Wärmepumpe und PV-Anlage 2026

Die Kombination aus Wärmepumpe und PV-Anlage wird 2026 so stark gefördert wie nie zuvor:

Wärmepumpen-Förderung (BEG)

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) fördert Wärmepumpen mit attraktiven Zuschüssen:

BEG-Förderung Wärmepumpe 2026 | Antrag bei BAFA | Fördersätze kumulierbar bis max. 70 %
FörderkomponenteFördersatzBedingungMax. förderfähige Kosten
Basisförderung Wärmepumpe30 %Jeder Eigentümer (selbstgenutzt)30.000 EUR
Klimageschwindigkeits-Bonus+20 %Austausch von Gas-/Ölheizung (funktionstüchtig)30.000 EUR
Einkommens-Bonus+30 %Haushaltseinkommen < 40.000 EUR/Jahr30.000 EUR
Effizienz-Bonus+5 %Natürliches Kältemittel (z. B. Propan R290)30.000 EUR
Maximale Förderung70 %Basis + alle Boni (gedeckelt)30.000 EUR = max. 21.000 EUR Zuschuss

PV-Anlagen-Förderung

PV-Förderung 2026 | Kombinierbar mit BEG-Wärmepumpenförderung
FörderprogrammWas wird gefördert?FörderhöheStatus 2026
0 % MwSt auf PV-AnlageModule, Wechselrichter, Speicher, MontageCa. 19 % ErsparnisGültig bis Ende 2026
KfW-Kredit 270PV-Anlage + SpeicherBis 100 % Finanzierung, ab 4,5 % ZinsAktiv (Antrag vor Kauf!)
EinspeisevergütungÜberschüssiger Solarstrom7,78 ct/kWh (Teileinsp. ≤10 kWp)EEG-garantiert für 20 Jahre

Förder-Kombinationsbeispiel

Wirtschaftlichkeitsrechnung: Lohnt sich die Kombination?

Wirtschaftlichkeitsvergleich | 150 m² EFH, 16.000 kWh Wärmebedarf, JAZ 3,5 | 12 kWp PV, 10 kWh Speicher | Netzstrom: 32 ct/kWh, PV-Strom: 8 ct/kWh, Einspeisung: 7,78 ct/kWh
PositionWP + NetzstromWP + PV (12 kWp)WP + PV + Speicher
WP-Strombedarf/Jahr4.500 kWh4.500 kWh4.500 kWh
Haushaltsstrom/Jahr4.500 kWh4.500 kWh4.500 kWh
Solarer Deckungsanteil (WP)0 %~35 %~45 %
Solarer Deckungsanteil (Haushalt)0 %~30 %~65 %
Jährl. Stromkosten (Netz + PV)2.880 EUR1.760 EUR1.240 EUR
Einspeiseerlöse/Jahr430 EUR250 EUR
Effektive Energiekosten/Jahr2.880 EUR1.330 EUR990 EUR
Ersparnis ggü. WP + Netzstrom1.550 EUR/Jahr1.890 EUR/Jahr
Zusätzliche Investition (vs. nur WP)14.400 EUR (PV)22.400 EUR (PV+Speicher)
Amortisation der Mehrinvestition~9 Jahre~12 Jahre
Jährliche Energiekosten im Vergleich (Strom + Heizung)
Gasheizung + Netzstrom3.520 EUR
WP + Netzstrom2.880 EUR
WP + PV (12 kWp)1.330 EUR
WP + PV + Speicher990 EUR

150 m² EFH | Gas: 12 ct/kWh, Netzstrom: 32 ct/kWh | WP-JAZ: 3,5 | 12 kWp PV, 10 kWh Speicher

Integration mit dem Solantiq-Rechner

Unser PV-Rechner berücksichtigt den Strombedarf einer Wärmepumpe bei der Anlagendimensionierung. Sie können Ihren Wärmebedarf und den Wärmepumpen-Typ angeben, und der Rechner empfiehlt die optimale PV-Anlagengröße für Ihre Kombination.

Häufige Fragen (FAQ)

Lohnt sich eine Wärmepumpe mit Photovoltaik?

Ja, die Kombination senkt die Heizkosten um 30–50 % gegenüber einer Wärmepumpe mit reinem Netzstrom. Bei einer typischen Luft-Wasser-Wärmepumpe mit 4.500 kWh Jahresverbrauch sparen Sie rund 700–1.200 EUR pro Jahr an Stromkosten. Die PV-Mehrleistung amortisiert sich in ca. 9 Jahren.

Wie groß muss die PV-Anlage für eine Wärmepumpe sein?

Faustregel: Pro 1.000 kWh WP-Strombedarf ca. 1–1,5 kWp zusätzlich. Für ein typisches Einfamilienhaus mit Luft-Wasser-Wärmepumpe (4.000–5.000 kWh) bedeutet das +4–6 kWp zusätzlich zum Haushaltsbedarf. Empfohlen: 12–15 kWp Gesamtleistung statt der üblichen 8–10 kWp.

Funktioniert eine Wärmepumpe mit Solarstrom auch im Winter?

Ja, aber der Solarertrag ist im Winter deutlich geringer. Die PV-Anlage deckt im Winter ca. 10–20 % des Wärmepumpenstroms. Im Jahresdurchschnitt erreichen Sie einen solaren Deckungsanteil von 30–50 %. Im Sommer wird der überschüssige Solarstrom eingespeist und bringt Erlöse.

Was ist die Jahresarbeitszahl (JAZ) einer Wärmepumpe?

Die JAZ gibt an, wie viel Wärme die Wärmepumpe im Jahresdurchschnitt pro eingesetzter kWh Strom erzeugt. Eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe erreicht eine JAZ von 3–4: Aus 1 kWh Strom werden 3–4 kWh Wärme. Erdwärmepumpen erreichen JAZ 4–5. Je höher die JAZ, desto weniger PV-Leistung brauchen Sie.

Was bedeutet SG-Ready bei einer Wärmepumpe?

SG-Ready (Smart Grid Ready) ist eine standardisierte Schnittstelle, über die ein Energiemanagement-System die Wärmepumpe steuern kann. Bei PV-Überschuss wird die Wärmepumpe eingeschaltet und der Pufferspeicher aufgeheizt – so wird Solarstrom als Wärme „gespeichert”. Achten Sie beim Kauf darauf, dass Ihre Wärmepumpe SG-Ready-zertifiziert ist.

Brauche ich einen Batteriespeicher zusätzlich zur Wärmepumpe?

Nicht unbedingt. Die Wärmepumpe mit Pufferspeicher fungiert selbst als thermischer Speicher – und das deutlich günstiger als eine Batterie. Ein Batteriespeicher (5–10 kWh) kann den Eigenverbrauch zusätzlich um 10–15 Prozentpunkte steigern, ist aber bei einer Wärmepumpe weniger rentabel als ohne. Mehr im Speicher-Ratgeber.

Welche Förderung gibt es für Wärmepumpe und PV 2026?

Wärmepumpen werden über die BEG (BAFA) mit 30–70 % Zuschuss gefördert (Basis 30 % + Klimageschwindigkeits-Bonus 20 % + Einkommens-Bonus 30 %, gedeckelt auf 70 %). Die PV-Anlage profitiert von 0 % MwSt und dem KfW-Kredit 270. Beide Förderungen sind kombinierbar. Details im Förder-Ratgeber 2026.



Siehe auch: Lohnt sich Photovoltaik 2026? · Stromspeicher Ratgeber · Wallbox mit Solaranlage · Photovoltaik Förderung 2026 · PV-Rechner

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