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Technik

Bypass-Diode

Schutzbauelement im Solarmodul, das bei Teilverschattung den Strom um die verschatteten Zellen herumleitet.

Auch bekannt als: Bypass-Dioden, Freilaufdiode

Was ist eine Bypass-Diode?

Eine Bypass-Diode ist ein elektronisches Schutzbauelement, das in der Anschlussdose eines Solarmoduls verbaut ist. Sie leitet den Strom um verschattete oder defekte Zellen herum und verhindert so Leistungsverluste und Hitzeschäden (Hot Spots).

Funktionsweise

In einem Solarmodul sind die Zellen in Reihe geschaltet. Wird eine Zelle verschattet, begrenzt sie den Strom des gesamten Strings. Ohne Bypass-Diode würde die verschattete Zelle:

  • Den Strom des gesamten Strings stark reduzieren
  • Sich als Hot Spot aufheizen (Zelle wird zum Verbraucher)
  • Dauerhaft beschädigt werden können

Die Bypass-Diode überbrückt die verschattete Zellgruppe und lässt den Strom durch die restlichen Zellen fließen.

Typischer Aufbau

EigenschaftWert
Anzahl pro Modul3 (bei 60/120 Zellen)
Überbrückte Zellenje 20 Zellen (bzw. 40 Halbzellen)
Spannungsverlust aktivca. 0,5–0,7 V pro Diode
EinbauortAnschlussdose (Junction Box)

Auswirkung bei Verschattung

Bei Verschattung eines Drittels des Moduls wird eine Bypass-Diode aktiv, und das Modul verliert etwa ein Drittel seiner Leistung – ohne Bypass-Diode wäre der Verlust deutlich höher.

Praxistipp

Bypass-Dioden sind passiv und wartungsfrei. Bei Fehlfunktion können Hot Spots entstehen, die im Thermografie-Bild sichtbar werden. Regelmäßige Sichtprüfungen und gelegentliche Thermografie helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen.