Einspeisevergütung Ende 2027: Jetzt noch 20 Jahre feste Vergütung sichern
Einspeisevergütung endet 2027 für Neuanlagen. CfD statt feste Vergütung — was das bedeutet und warum 2026 das letzte Jahr ist.
Einspeisevergütung Ende 2027: Jetzt noch 20 Jahre feste Vergütung sichern
Was passiert ab 2027?
Die aktuelle EEG-Reform sieht einen fundamentalen Systemwechsel vor:
| Bis Ende 2026 (aktuell) | Ab 2027 (geplant) | |
|---|---|---|
| Vergütungsmodell | Feste Einspeisevergütung | Contracts for Difference (CfD) |
| Einnahmen | Garantiert, 20 Jahre fest | Marktbasiert, variabel |
| Planbarkeit | Sehr hoch | Mittel — abhängig von Marktpreisen |
| Risiko | Kein Marktrisiko | Marktpreisrisiko (mit Absicherung) |
| Eigenverbrauch | Wirtschaftlich attraktiv | Noch attraktiver (Hauptertrag) |
Hintergrund: Warum der Wechsel?
Die feste Einspeisevergütung war der Motor des PV-Ausbaus in Deutschland. Doch mit steigendem PV-Anteil (aktuell über 90 GW installiert) und sinkenden Anlagenkosten sieht die Bundesregierung das System als nicht mehr zeitgemäß:
- Marktintegration: PV-Strom soll stärker auf Marktsignale reagieren (Einspeisung senken bei negativen Preisen)
- Kosteneffizienz: CfD-Modelle haben sich international bewährt (z.B. UK Offshore-Wind), in Deutschland aber noch nicht eingesetzt
- EU-Konformität: Die EU-Strommarktreform 2024 favorisiert CfD als Förderinstrument
Was sind Contracts for Difference (CfD)?
Ein CfD funktioniert wie eine Preisversicherung mit Rückzahlungspflicht:
- Es wird ein Referenzpreis festgelegt (z.B. 8 ct/kWh)
- Liegt der Marktpreis unter dem Referenzpreis → Sie erhalten eine Ausgleichszahlung
- Liegt der Marktpreis über dem Referenzpreis → Sie zahlen die Differenz zurück
| Marktszenario | Marktpreis | CfD-Referenzpreis | Ergebnis | Ihre Einnahme |
|---|---|---|---|---|
| Niedriger Marktpreis | 4 ct/kWh | 8 ct/kWh | +4 ct Ausgleich | 8 ct/kWh |
| Marktpreis = Referenz | 8 ct/kWh | 8 ct/kWh | 0 ct — kein Ausgleich | 8 ct/kWh |
| Hoher Marktpreis | 12 ct/kWh | 8 ct/kWh | –4 ct Rückzahlung | 8 ct/kWh |
| Negativer Marktpreis | –2 ct/kWh | 8 ct/kWh | +10 ct Ausgleich | 8 ct/kWh |
Offene Fragen für Kleinanlagen
Da CfD für Hausdachanlagen nicht vorgesehen ist, lauten die eigentlichen Fragen:
- Marktwert als Vergütung: Reicht der Marktwert Solar (aktuell ca. 4,5 ct/kWh) als Anreiz?
- Übergangsregelung: Gibt es eine Schonfrist oder Übergangstarife?
- Eigenverbrauch-Fokus: Wird die Politik auf Eigenverbrauch statt Einspeisung setzen?
- Speicherförderung: Kommen stattdessen höhere Speicher-Anreize?
Diese Unsicherheit ist ein weiterer Grund, 2026 noch die bekannten, garantierten Konditionen zu nutzen.
Feste Vergütung vs. CfD vs. Direktvermarktung
| Kriterium | Feste Vergütung (bis 2026) | CfD (ab 2027) | Direktvermarktung |
|---|---|---|---|
| Vergütungshöhe | 7,78 ct/kWh (≤10 kWp) | Ca. 6–10 ct/kWh (geschätzt) | Marktpreis (Ø 5–8 ct/kWh 2025) |
| Planbarkeit | 20 Jahre garantiert | Referenzpreis mit Schwankungen | Keine Garantie |
| Verwaltung | Keine — automatisch | Noch unklar für Kleinanlagen | Aggregator nötig, Gebühren |
| Marktrisiko | Kein Risiko | Gering (Referenzpreis als Boden) | Volles Marktrisiko |
| Für wen? | Alle Anlagen bis 100 kWp | Voraussichtlich alle Neuanlagen | Ab 100 kWp wirtschaftlich sinnvoll |
Was bedeutet das für den Eigenverbrauch?
Unabhängig vom Vergütungsmodell bleibt der Eigenverbrauch der größte Hebel:
- Eingesparter Strombezug: 35 ct/kWh (Strompreis) — das ist 4–5x mehr als jede Einspeisevergütung
- Eigenverbrauch ist modellunabhängig: Ob feste Vergütung, CfD oder Direktvermarktung — der eingesparte Strom zählt immer gleich
Für typische Einfamilienhaus-Anlagen mit 60–80% Eigenverbrauch (mit Speicher) kommen nur 20–40% der Erzeugung überhaupt in die Einspeisung. Die Reform betrifft also nur diesen Rest — der Großteil Ihrer Rendite bleibt unverändert.
Timeline: So schaffen Sie die Inbetriebnahme 2026
Wenn Sie sich die feste Vergütung sichern wollen, sollten Sie jetzt handeln. Hier der realistische Zeitplan:
| Phase | Dauer | Deadline für IBN 31.12.2026 |
|---|---|---|
| Angebote einholen und vergleichen | 2–4 Wochen | Bis Juli 2026 |
| Beauftragung und Planung | 1–2 Wochen | Bis August 2026 |
| Lieferung Module & Wechselrichter | 4–8 Wochen | Bis Oktober 2026 |
| Installation auf dem Dach | 2–5 Tage | Bis November 2026 |
| Elektrikerarbeiten, Zählersetzen | 1–2 Wochen | Bis November 2026 |
| Netzanmeldung beim Netzbetreiber | 2–6 Wochen | Bis Dezember 2026 |
| Inbetriebnahme | — | Spätestens 31.12.2026 |
Auswirkungen nach Anlagengröße
| Anlagengröße | Typischer Betreiber | Auswirkung der Reform |
|---|---|---|
| 3–5 kWp | Kleine Dachanlagen, Reihenhäuser | Gering — hoher Eigenverbrauch, wenig Einspeisung |
| 8–12 kWp | Standard-Einfamilienhaus | Moderat — 20–40% Einspeisung betroffen |
| 15–25 kWp | Großes Dach, Zweifamilienhaus | Spürbar — mehr Einspeisung, CfD-Modell relevant |
| 25–100 kWp | Gewerbe, Mehrfamilienhaus | Deutlich — große Einspeisemengen, Marktintegration nötig |
Handlungsempfehlungen
1. Sie planen eine PV-Anlage
Handeln Sie jetzt. Bis Ende 2026 installiert bedeutet:
- 20 Jahre feste Vergütung — garantiert, planbar, risikofrei
- Historisch niedrige Preise: 1.100–1.700 EUR/kWp
- 0% MwSt auf Module, Speicher und Installation
- KfW-Kredit 270 mit günstigen Konditionen
2. Sie haben bereits eine PV-Anlage (vor 2027)
Keine Sorge. Ihre feste Vergütung bleibt für 20 Jahre bestehen. Die Reform betrifft nur Neuanlagen ab 2027. Prüfen Sie aber, ob eine Erweiterung oder ein Speicher-Nachrüstung sinnvoll wäre — solange noch die feste Vergütung gilt.
3. Sie warten auf das CfD-Modell
Wer bewusst auf 2027 wartet, sollte bedenken:
- Der CfD-Referenzpreis wird voraussichtlich niedriger als die aktuelle feste Vergütung sein
- Die genauen Konditionen für Kleinanlagen sind noch nicht finalisiert
- PV-Anlagenpreise könnten 2027 steigen (China-VAT-Rebate-Wegfall, Nachfragespitzen)
Nutzen Sie den PV-Rechner, um Ihre individuelle Wirtschaftlichkeit zu berechnen — noch zu den aktuellen Konditionen 2026.
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