Solarmodule Technologien: Von Monokristallin bis Perowskit-Tandem
Solarzellen-Technologien im Vergleich: Mono, Poly, Dünnschicht, PERC, TOPCon, HJT, Perowskit, Tandem – Aufbau, Wirkungsgrad und Zukunft.
Solarmodule Technologien: Von Monokristallin bis Perowskit-Tandem
Die Welt der Solarzellen hat sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt. Vom klassischen polykristallinen Modul bis zur hochmodernen Perowskit-Tandem-Zelle – jede Technologie hat ihre Stärken und optimalen Einsatzgebiete. Dieser umfassende Guide erklärt den Aufbau, die Herstellung und die Eigenschaften aller relevanten Solarzellen-Technologien.
Vergleichstabelle aller Technologien
| Technologie | Typ | Kommerz. η | Labor-Rekord | Temp.-Koeff. | Marktanteil |
|---|---|---|---|---|---|
| Mono PERC | Kristallin | 21.5% | 24.1% | -0,35 %/°C | 55% |
| Mono TOPCon | Kristallin | 22.5% | 26.4% | -0,30 %/°C | 25% |
| Mono HJT | Kristallin | 22.8% | 26.8% | -0,26 %/°C | 5% |
| Mono IBC | Kristallin | 23% | 26.7% | -0,29 %/°C | 2% |
| Polykristallin | Kristallin | 17% | 23.3% | -0,40 %/°C | 5% |
| CdTe (Dünnschicht) | Dünnschicht | 18.5% | 22.1% | -0,25 %/°C | 4% |
| CIGS (Dünnschicht) | Dünnschicht | 16.5% | 23.6% | -0,32 %/°C | 1% |
| Perowskit | Emerging | 0% | 26.1% | variabel | 0% |
| Pero/Si-Tandem | Emerging | 0% | 33.9% | variabel | 0% |
Zellaufbau im Querschnitt
Der innere Aufbau einer Solarzelle unterscheidet sich je nach Technologie grundlegend. Das folgende interaktive Diagramm zeigt die Schichtstruktur der wichtigsten Zelltypen.
Zellaufbau im Querschnitt
Schichten von oben nach unten:
Schutz vor Witterung, >90% Lichtdurchlass
Einbettung und UV-Schutz
Minimiert Reflexionsverluste auf <2%
Phosphor-dotierte Schicht (n-Typ)
Bor-dotierter Monokristall-Wafer, ~170 µm
Rückseitenpassivierung reduziert Rekombination
Lokale Kontaktöffnungen (LBSF)
Feuchtigkeitsschutz (TPT oder Glas)
Klicken Sie auf eine Schicht für Details. Maßstab nicht proportional.
Kristalline Silizium-Technologien
Kristalline Siliziumzellen bilden mit über 95% Marktanteil das Rückgrat der Photovoltaik. Sie basieren auf hochreinem Silizium, das in Wafer geschnitten und zu Zellen verarbeitet wird.
Monokristallin PERC
PERC (Passivated Emitter and Rear Cell) ist die seit 2019 dominierende Technologie und bildet die Basis für die meisten heute verkauften Module.
Herstellungsprozess:
- Czochralski-Verfahren: Einkristall-Silizium wird aus der Schmelze gezogen
- Wafer werden auf ~170 µm gesägt (Diamond Wire Cutting)
- Texturierung der Oberfläche (Pyramidenstruktur)
- Phosphor-Diffusion zur Bildung des p-n-Übergangs
- PECVD-Abscheidung der Antireflexschicht (SiNx)
- Al₂O₃-Rückseitenpassivierung (das PERC-spezifische Feature)
- Laser-Kontaktöffnung auf der Rückseite
- Siebdruck der Silber-Frontkontakte und Aluminium-Rückkontakte
Monokristallin PERC
Der Marktstandard 2026
Vorteile
- Ausgereiftes, bewährtes Verfahren
- Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Breite Herstellerauswahl, hohe Verfügbarkeit
- Gut erforschte Langzeitstabilität (>25 Jahre Daten)
Nachteile
- LID-Degradation im ersten Jahr (1–2%)
- Höherer Temperaturkoeffizient als HJT/CdTe
- Wird mittelfristig durch TOPCon abgelöst
- Empfindlich bei Teilverschattung
Standardanlagen auf Einfamilienhäusern – bewährt, günstig und effizient
Anwendungsgebiete: Privathäuser, kleine Gewerbe, Balkonkraftwerke. PERC eignet sich für nahezu jede Standardinstallation und bleibt 2026 eine solide Wahl.
Hersteller-Beispiele: JA Solar (DeepBlue 3.0), Trina Solar (Vertex S), Canadian Solar (HiKu), Risen Energy
Monokristallin TOPCon
TOPCon (Tunnel Oxide Passivated Contact) ist die Nachfolgetechnologie von PERC und wird seit 2024 in großen Stückzahlen produziert.
Herstellungsprozess:
- Identisch mit PERC bis zur Wafer-Herstellung (n-Typ statt p-Typ Silizium)
- Bor-Diffusion für den p-Emitter (Frontseite)
- Ultra-dünnes Tunneloxid (~1,5 nm SiO₂) auf der Rückseite
- Poly-Si Abscheidung durch LPCVD als Rückkontakt
- Phosphor-Dotierung der Poly-Si-Schicht
- Standard-Passivierung und Metallisierung
Der entscheidende Unterschied zu PERC: Die Tunneloxid/Poly-Si-Struktur auf der Rückseite reduziert die Rekombination an der Oberfläche dramatisch.
Monokristallin TOPCon
Die neue Generation – Ablösung von PERC
Vorteile
- Höherer Wirkungsgrad als PERC (+1–1,5%)
- n-Typ Wafer: keine LID-Degradation
- Besserer Temperaturkoeffizient (-0,30%/°C)
- Gute Schwachlichtperformance
- Kompatibel mit bestehenden PERC-Produktionslinien (Upgrade möglich)
Nachteile
- Noch 10–20% teurer als PERC-Module
- Komplexerer Herstellungsprozess (Tunneloxid-Kontrolle)
- Weniger Langzeiterfahrung als PERC
- Hoher Silberverbrauch bei aktuellen Designs
Premium-Dachanlagen mit hohem Ertragsanspruch – der neue Standard ab 2026/2027
Anwendungsgebiete: Wohngebäude, Gewerbe, Großanlagen. TOPCon wird PERC als Standardtechnologie ablösen.
Hersteller-Beispiele: LONGi (Hi-MO 7), Jinko Solar (Tiger Neo), JA Solar (DeepBlue 4.0), Trina Solar (Vertex S+)
Heterojunction (HJT)
HJT (Heterojunction Technology) kombiniert kristallines und amorphes Silizium in einer Zelle und erreicht damit außergewöhnliche Eigenschaften.
Herstellungsprozess:
- n-Typ Wafer Herstellung und Reinigung
- Beidseitige Abscheidung von amorphem Silizium (a-Si:H):
- Intrinsische Schicht (i) als Passivierung (~5 nm)
- Dotierte Schicht (p oder n) als Emitter/BSF (~10 nm)
- Transparente leitfähige Oxide (ITO) auf beiden Seiten
- Niedrigtemperatur-Prozess (<200°C, versus >800°C bei PERC/TOPCon)
- Kupfer- oder Silber-Metallisierung
Heterojunction (HJT)
Der Temperatur-Champion
Vorteile
- Niedrigster Temperaturkoeffizient (-0,26%/°C) aller Si-Technologien
- Keine LID-Degradation (n-Typ, niedrige Prozesstemperaturen)
- Optimal für bifaziale Module (symmetrische Struktur)
- Hervorragende Schwachlichtperformance
- Niedriger Energieaufwand in der Herstellung
Nachteile
- Deutlich teurer als PERC/TOPCon
- Weniger Hersteller (komplexere Anlagen)
- Empfindlich gegen hohe Temperaturen in der Verarbeitung
- Noch hoher ITO/Indium-Verbrauch
Flachdächer mit bifazialer Nutzung, heiße Standorte, Qualitäts-Liebhaber
Anwendungsgebiete: Premium-Dachanlagen, Agri-PV (bifazial), Großanlagen in heißen Klimazonen.
Hersteller-Beispiele: Meyer Burger (Made in Germany), REC (Alpha Pure R), Huasun, Maxwell
Polykristallin
Polykristalline (oder multikristalline) Zellen bestehen aus vielen kleinen Siliziumkristallen statt einem einzigen Einkristall.
Herstellungsprozess:
- Block-Casting: Silizium wird in eine Form gegossen und kontrolliert abgekühlt
- Durch die Erstarrung bilden sich viele Kristallite (sichtbar als „Eisblumen”-Muster)
- Weitere Schritte ähnlich PERC, jedoch mit einfacherer Passivierung
Polykristallin
Der Auslauf-Klassiker
Vorteile
- Günstigster Modulpreis
- Geringerer Energieaufwand bei der Herstellung
- Weniger Silizium-Verschnitt als Czochralski-Verfahren
Nachteile
- Niedrigster Wirkungsgrad aller kristallinen Technologien
- Braucht deutlich mehr Fläche pro kWp
- Hoher Temperaturkoeffizient (-0,40%/°C)
- Wird kaum noch produziert (rückläufiger Markt)
Nur noch sinnvoll bei sehr großen Freiflächen mit Budgetbegrenzung
Anwendungsgebiete: Großflächige Freilandanlagen in Entwicklungsländern, Restbestände.
Hersteller-Beispiele: Kaum noch relevante Hersteller im DACH-Markt; vereinzelt im asiatischen Markt.
Dünnschicht-Technologien
Dünnschichtmodule bestehen aus dünnen Halbleiterschichten (wenige Mikrometer), die auf ein Substrat aufgebracht werden. Sie benötigen deutlich weniger Material als kristalline Zellen.
CdTe (Cadmiumtellurid)
CdTe ist die erfolgreichste Dünnschichttechnologie und wird fast ausschließlich von First Solar hergestellt.
Herstellungsprozess:
- Superstrat-Konfiguration: Glassubstrat als Lichteintrittsfläche
- Sputtern des TCO-Frontkontakts (SnO₂:F)
- Chemische Badabscheidung der CdS-Pufferschicht
- Thermische Verdampfung der CdTe-Absorberschicht (~3–5 µm)
- CdCl₂-Aktivierung (verbessert Korngrenzeneigenschaften)
- Rückkontakt-Abscheidung
Dünnschicht CdTe
Der Großanlagen-Spezialist
Vorteile
- Bester Temperaturkoeffizient aller Technologien (-0,25%/°C)
- Niedrigster Preis pro Wp
- Exzellent bei diffusem Licht und hohen Temperaturen
- Ästhetisch einheitliche schwarze Optik
- Niedriger CO₂-Fußabdruck in der Herstellung
Nachteile
- Enthält Cadmium (toxisch, strenge Recycling-Pflicht)
- Quasi-Monopol: nur First Solar als Hersteller
- Größerer Flächenbedarf pro kWp
- Nicht ideal für kleine Dachflächen
Utility-Scale Solarparks, besonders in heißen und wolkigen Regionen
Anwendungsgebiete: Große Freiflächenanlagen, Solarparks weltweit.
Hersteller: First Solar (Series 7, CdTe)
CIGS (Kupfer-Indium-Gallium-Selenid)
CIGS (Cu(In,Ga)Se₂) ist die vielseitigste Dünnschichttechnologie mit dem höchsten Laborwirkungsgrad unter den Dünnschichtmaterialien.
Dünnschicht CIGS
Die flexible Alternative
Vorteile
- Höchster Dünnschicht-Laborwirkungsgrad (23,6%)
- Flexible Substrate möglich (gebogene Flächen)
- Gutes Schwachlichtverhalten
- Cadmium-frei (umweltfreundlicher als CdTe)
Nachteile
- Geringerer kommerzieller Wirkungsgrad als CdTe
- Seltene Materialien (Indium, Gallium)
- Komplexerer Herstellungsprozess
- Sehr wenige Hersteller am Markt
Gebäudeintegration (BIPV), flexible Anwendungen, ästhetische Lösungen
Anwendungsgebiete: Gebäudeintegration (Fassaden, Dachziegel), Spezialanwendungen.
Hersteller-Beispiele: Manz AG, Solibro, Avancis
Emerging-Technologien
Perowskit-Solarzellen
Perowskit-Solarzellen gelten als die vielversprechendste Neuentwicklung der PV-Forschung. Der Name bezieht sich auf die Kristallstruktur ABX₃ (z.B. Methylammonium-Blei-Iodid, CH₃NH₃PbI₃).
Herstellungsprozess:
- Lösungsbasierte Abscheidung (kostengünstig, niedrige Temperaturen)
- Alternativ: Vakuum-Verdampfung für homogenere Schichten
- Schichtdicke der aktiven Schicht nur ~300–500 nm
- Gesamte Zelle kann in wenigen Stunden hergestellt werden
Perowskit
Die Zukunftstechnologie
Vorteile
- Höchstes Effizienzpotenzial als Single-Junction (>30% Tandem)
- Extrem günstige Herstellung möglich (Druck, Beschichtung)
- Bandlücke einstellbar durch Materialkomposition
- Semitransparente Zellen möglich (Fenster, BIPV)
- Flexible und leichte Substrate möglich
Nachteile
- Langzeitstabilität ungelöst (Degradation durch Feuchtigkeit, UV, Wärme)
- Enthält häufig Blei (toxisch)
- Hysterese-Effekte bei der Messung
- Skalierung auf große Flächen herausfordernd
- Marktreife frühestens 2027–2028
Beobachten! Könnte als Tandem-Partner mit Silizium die 30%-Marke knacken
Perowskit/Silizium-Tandem
Tandem-Zellen kombinieren zwei verschiedene Halbleitermaterialien, um einen breiteren Teil des Sonnenspektrums zu nutzen. Die vielversprechendste Kombination: Perowskit (Top-Zelle) absorbiert kurzwelliges Licht, Silizium (Bottom-Zelle) absorbiert den langwelligen Rest.
Warum Tandem so vielversprechend ist:
Shockley-Queisser-Limits für verschiedene Konfigurationen
Perowskit/Silizium-Tandem
Der nächste große Sprung
Vorteile
- Höchster je gemessener Wirkungsgrad (33,9% Labor, HZB Berlin)
- Nutzt Sonnenspektrum effizienter durch zwei Bandlücken
- Kann auf bestehender Si-Zelle aufgebaut werden
- Potenzial für >30% kommerzielle Module
Nachteile
- Perowskit-Stabilität noch ungelöst
- Stromabgleich zwischen Subzellen komplex
- Herstellungskosten noch unklar
- Kommerzielle Produktion frühestens 2028–2030
Die Zukunft der PV – wird Effizienz-Rekorde der nächsten Dekade bestimmen
Forschungsinstitutionen: Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB), Oxford PV, Fraunhofer ISE, EPFL, LONGi
Wirkungsgrad-Entwicklung im Vergleich
Labor-Rekorde | Quelle: NREL Best Research-Cell Efficiencies Chart, Stand Jan. 2026
Anwendungsgebiete nach Technologie
| Anwendung | Empfohlene Technologie | Begründung |
|---|---|---|
| Einfamilienhaus (Standard) | TOPCon oder PERC | Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis |
| Einfamilienhaus (Premium) | HJT oder IBC | Maximaler Ertrag, beste Garantien |
| Flachdach (bifazial) | HJT | Symmetrischer Aufbau, niedrigster Temp.-Koeffizient |
| Großer Solarpark | CdTe oder TOPCon | Niedrigster $/Wp bzw. bester Ertrag |
| Agri-PV | HJT (bifazial) | Lichtdurchlass, Rückseitenertrag |
| Gebäudefassade (BIPV) | CIGS oder Dünnschicht | Flexible Formate, ästhetisch |
| Balkonkraftwerk | PERC oder TOPCon | Kompakt, bewährt, günstig |
| Wohnmobil/Camper | PERC (flexibel) | Leicht, flexibel, günstig |
Zukunftsausblick
Kurzfristig (2026–2027)
- TOPCon löst PERC als Standard ab (>50% Marktanteil erwartet)
- HJT wächst im Premium-Segment auf 8–10% Marktanteil
- PERC bleibt verfügbar, aber Preise sinken weiter
- Erste Perowskit-Module in Pilotprojekten
Mittelfristig (2028–2030)
- Perowskit/Si-Tandem erreicht Massenproduktion (>30% Effizienz)
- IBC wird durch TOPCon/HJT-Hybrid-Designs verdrängt
- Polykristallin verschwindet fast vollständig
- Neue Metallisierungsverfahren senken Silberverbrauch
Langfristig (2030+)
- Multi-Junction-Tandem-Zellen mit >35% Effizienz
- Bleifreie Perowskite (Zinn-basiert) lösen Toxizitätsproblem
- Flexible, druckbare Solarzellen für neue Anwendungsfelder
- Integration in Fenster, Fahrzeuge, Textilien
Hersteller-Übersicht 2026
Premium-Segment
| Hersteller | Technologie | Spitzenprodukt | η (Modul) | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Maxeon | IBC | Maxeon 7 | 23,0% | 40 Jahre Garantie |
| Meyer Burger | HJT | White HJT | 22,0% | Made in Germany |
| REC | HJT | Alpha Pure R | 22,3% | Bleifreie Zellen |
| SunPower | IBC/HJT | Performance 7 | 22,8% | All-Black Design |
Mainstream-Segment
| Hersteller | Technologie | Spitzenprodukt | η (Modul) | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| LONGi | TOPCon | Hi-MO 7 | 22,5% | Größter Hersteller weltweit |
| Jinko Solar | TOPCon | Tiger Neo | 22,3% | Marktführer Module |
| JA Solar | TOPCon | DeepBlue 4.0 | 22,0% | Preis-Leistung |
| Trina Solar | TOPCon | Vertex S+ | 22,2% | Kompaktformat |
| Canadian Solar | TOPCon | TOPBiHiKu7 | 21,8% | Bifazial |
Dünnschicht
| Hersteller | Technologie | Spitzenprodukt | η (Modul) | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| First Solar | CdTe | Series 7 | 18,5% | Einziger großer CdTe-Hersteller |
| Avancis | CIGS | PowerMax | 16,5% | BIPV-Spezialist |
Häufige Fragen zu Modultechnologien
Was ist der Unterschied zwischen Monokristallin und Polykristallin?
Monokristallin: Besteht aus einem einzigen Siliziumkristall. Die gleichmäßige Kristallstruktur ermöglicht höhere Wirkungsgrade (19–23%). Erkennbar an der gleichmäßig dunklen Oberfläche.
Polykristallin: Besteht aus vielen kleinen Kristallen. Die Korngrenzen zwischen den Kristallen verursachen Rekombinationsverluste und reduzieren die Effizienz auf 15–17%. Erkennbar am bläulichen „Eisblumen”-Muster.
2026 gibt es kaum noch Gründe für Polykristallin – der Preisunterschied zu Monokristallin ist minimal geworden.
Was bedeuten PERC, TOPCon und HJT?
- PERC (Passivated Emitter and Rear Cell): Rückseitenpassivierung mit Al₂O₃ reduziert Rekombination. Seit 2019 Standard.
- TOPCon (Tunnel Oxide Passivated Contact): Ultra-dünnes Tunneloxid + Poly-Si auf der Rückseite. Noch bessere Passivierung als PERC. Der neue Standard.
- HJT (Heterojunction Technology): Kombination aus kristallinem und amorphem Silizium. Bester Temperaturkoeffizient, aber teurer.
Alle drei basieren auf monokristallinem Silizium, unterscheiden sich aber im Zelldesign und der Passivierungsstrategie.
Lohnt sich die Investition in teurere Technologie?
Das hängt von Ihrer Situation ab:
- Wenig Dachfläche: Ja – höherer Wirkungsgrad = mehr kWp auf gleicher Fläche
- Heißer Standort: Ja – niedriger Temperaturkoeffizient (HJT) bringt 3–5% mehr Jahresertrag
- Große Fläche vorhanden: Eher nein – günstigere Module mit mehr Fläche sind wirtschaftlicher
- 30+ Jahre Nutzung geplant: Ja – bessere Module degradieren langsamer
Berechnen Sie den Mehrertrag über 25 Jahre mit unserem PV-Rechner.
Wann kommen Perowskit-Module auf den Markt?
Realistischer Zeitplan:
- 2026–2027: Erste Pilot-Installationen (Oxford PV, CubicPV)
- 2028–2029: Begrenzte kommerzielle Verfügbarkeit (als Tandem)
- 2030+: Breitere Marktdurchdringung
Das Hauptproblem bleibt die Langzeitstabilität: Perowskite degradieren unter realen Bedingungen deutlich schneller als Silizium. Bis verlässliche 25-Jahre-Garantien möglich sind, bleibt Silizium die sichere Wahl.
Sind Dünnschichtmodule für mein Hausdach geeignet?
In der Regel nein für Standard-Hausdächer:
- CdTe-Module (First Solar) sind für Großanlagen konzipiert
- CIGS-Module sind selten und teurer pro kWp
- Der geringere Wirkungsgrad erfordert mehr Fläche
Dünnschicht ist sinnvoll bei:
- Gebäudeintegration (Fassade, Dachziegel)
- Gewölbten oder unregelmäßigen Flächen
- Ästhetischen Anforderungen (einheitliches Erscheinungsbild)
Was ist bifaziale Technologie?
Bifaziale Module nutzen Licht von beiden Seiten – sowohl direkte Sonnenstrahlung von vorne als auch reflektiertes Licht von der Rückseite. Der Mehrertrag beträgt typischerweise 5–25%, abhängig von:
- Albedo des Untergrunds (weiße Dächer, Schnee: bis 25%)
- Aufständerungshöhe (höher = mehr Rückseitenbestrahlung)
- Modulabstand
HJT-Zellen sind ideal für bifaziale Module, da sie symmetrisch aufgebaut sind. TOPCon-Module sind ebenfalls bifazial nutzbar.
Fazit
Die Wahl der richtigen Modultechnologie hängt von Ihren individuellen Anforderungen ab. Für die meisten Anwendungen im DACH-Raum gilt 2026:
- TOPCon als neue Standardtechnologie – beste Balance aus Effizienz, Preis und Zukunftssicherheit
- PERC bleibt eine solide Wahl für budgetbewusste Projekte
- HJT für Premium-Ansprüche und spezielle Anwendungen (Flachdach, heiß)
- Dünnschicht nur für Großanlagen oder BIPV
- Perowskit/Tandem ist die Zukunft – aber noch nicht investitionsreif
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