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Wirkungsgrad von Solarzellen im Vergleich 2026

Wirkungsgrad-Vergleich aller Solarzellentypen: Monokristallin (19-22%), Polykristallin (15-17%), Dünnschicht und neue Technologien. Mit interaktiven Tools.

~15 Min. Lesezeit Von Solantiq Team

Wirkungsgrad von Solarzellen im Vergleich 2026

Der Wirkungsgrad einer Solarzelle bestimmt, wie viel Sonnenlicht in elektrische Energie umgewandelt wird. In diesem umfassenden Vergleich zeigen wir Ihnen die Effizienz verschiedener Technologien, erklären die wichtigsten Einflussfaktoren und helfen Ihnen bei der Auswahl des richtigen Moduls für Ihre Anlage.

Interaktiver Technologie-Vergleich

Die folgende Tabelle zeigt alle gängigen Solarzellen-Technologien im direkten Vergleich. Klicken Sie auf die Spaltenüberschriften, um nach verschiedenen Kriterien zu sortieren.

Stand: Januar 2026 | Preise ohne Installation | Quellen: Fraunhofer ISE, BSW Solar
TechnologieWirkungsgradTemp.-Koeff.Preis/kWpMarktanteil
Mono PERC21.5%-0,35 %/°C180,00 €65%
Mono TOPCon22.5%-0,30 %/°C220,00 €18%
Mono HJT22.8%-0,26 %/°C280,00 €5%
Mono IBC23%-0,29 %/°C350,00 €2%
Polykristallin17%-0,40 %/°C140,00 €8%
Dünnschicht CdTe18.5%-0,25 %/°C120,00 €4%
Dünnschicht CIGS16.5%-0,32 %/°C150,00 €1%
Perowskit (emerging)25%variabel0,00 €0%

Wirkungsgrad nach Zelltechnologie

Kommerzielle Wirkungsgrade 2026
Mono IBC (Maxeon)23 %
Mono HJT22,8 %
Mono TOPCon22,5 %
Mono PERC21,5 %
Dünnschicht CdTe18,5 %
Polykristallin17 %
Dünnschicht CIGS16,5 %

Labore vs. kommerzielle Module

Die Wirkungsgrade im Labor liegen deutlich über den kommerziell erhältlichen Werten:

TechnologieLabor-RekordKommerziellDifferenz
Mono c-Si (IBC)26,7%23,0%-3,7%
Mono c-Si (HJT)26,8%22,8%-4,0%
Perowskit26,1%(in Entwicklung)
Tandem (Pero/Si)33,9%(in Entwicklung)
Dünnschicht CdTe22,1%18,5%-3,6%

Vor- und Nachteile im Detail

Monokristallin PERC

Preis-Leistungs-Sieger

Wirkungsgrad
19-22%
Preis/kWp
160-200 €
Vorteile
  • Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Hohe Effizienz auf kleiner Fläche
  • Bewährte, ausgereifte Technologie
  • Breite Herstellerauswahl
Nachteile
  • Höherer Temperaturkoeffizient als HJT
  • Leichte LID-Degradation im ersten Jahr
  • Bei Teilverschattung anfällig
Ideal für

Standardanwendungen auf Einfamilienhäusern mit begrenzter Dachfläche

Monokristallin TOPCon

Die neue Generation

Wirkungsgrad
21-23%
Preis/kWp
200-260 €
Vorteile
  • Höherer Wirkungsgrad als PERC
  • Besserer Temperaturkoeffizient
  • Geringere LID-Degradation
  • Gute Schwachlicht-Performance
Nachteile
  • Teurer als Standard-PERC
  • Noch nicht alle Hersteller verfügbar
  • Langzeiterfahrungen noch begrenzt
Ideal für

Premium-Anlagen mit hohen Ertragsanforderungen

Heterojunction (HJT)

Temperatur-Champion

Wirkungsgrad
21-23%
Preis/kWp
250-320 €
Vorteile
  • Sehr niedriger Temperaturkoeffizient (-0,26%/°C)
  • Keine LID-Degradation
  • Bifaziale Nutzung optimal
  • Hervorragende Schwachlicht-Performance
Nachteile
  • Deutlich teurer
  • Komplexere Herstellung
  • Weniger Hersteller am Markt
Ideal für

Heiße Klimazonen, Flachdächer mit bifazialer Nutzung

Polykristallin

Budget-Option

Wirkungsgrad
15-17%
Preis/kWp
120-160 €
Vorteile
  • Günstigster Preis pro Modul
  • Geringerer Energieaufwand bei Herstellung
  • Ausgereifte Technologie
Nachteile
  • Niedrigster Wirkungsgrad
  • Braucht mehr Fläche für gleiche Leistung
  • Höherer Temperaturkoeffizient
  • Wird zunehmend vom Markt verdrängt
Ideal für

Große Freiflächen wo Platz keine Rolle spielt, budgetorientierte Projekte

Dünnschicht CdTe

First Solar Spezialist

Wirkungsgrad
17-19%
Preis/kWp
100-140 €
Vorteile
  • Bester Temperaturkoeffizient (-0,25%/°C)
  • Günstiger Preis pro Wp
  • Hervorragend bei diffusem Licht
  • Ästhetisch einheitliche Optik
Nachteile
  • Enthält Cadmium (strenge Recycling-Vorgaben)
  • Nur ein Hersteller (First Solar)
  • Größere Fläche pro kWp nötig
Ideal für

Große Solarparks, heiße und wolkige Standorte

Perowskit (Emerging)

Die Zukunftstechnologie

Wirkungsgrad
20-26% (Labor)
Preis/kWp
noch nicht kommerziell
Vorteile
  • Höchstes theoretisches Potenzial
  • Sehr günstige Herstellung möglich
  • Flexible Substrate möglich
  • Ideal für Tandem-Zellen
Nachteile
  • Noch nicht langzeitstabil
  • Enthält oft Blei
  • Keine kommerzielle Produktion
  • Marktreife frühestens 2027-2028
Ideal für

Beobachten! Könnte in 2-3 Jahren den Markt revolutionieren

Temperaturkoeffizient verstehen

Der Temperaturkoeffizient ist einer der wichtigsten Parameter für die Praxis. Er gibt an, wie viel Leistung ein Modul pro Grad Celsius über der Testtemperatur (25°C) verliert.

Temperatureffekt auf die Modulleistung

25°C
0°CSTC: 25°C80°C
-0,35%/°C
-0,50%/°C (schlecht)-0,20%/°C (gut)

Wirkungsgrad über Temperaturbereich

12,0%15,3%18,5%21,8%25,0%0°C25°C40°C80°CModultemperatur (°C)Wirkungsgrad (%)STC
Monokristallin (Standard)
Wirkungsgrad
21,5%
(STC: 21,5%)
Rel. Leistung
100,0%
(+0,0%)
Temperaturkoeffizient: -0.35%/°C
Monokristallin (HJT)
Wirkungsgrad
22,0%
(STC: 22,0%)
Rel. Leistung
100,0%
(+0,0%)
Temperaturkoeffizient: -0.26%/°C
Polykristallin
Wirkungsgrad
17,5%
(STC: 17,5%)
Rel. Leistung
100,0%
(+0,0%)
Temperaturkoeffizient: -0.4%/°C
Dünnschicht (CdTe)
Wirkungsgrad
18,0%
(STC: 18,0%)
Rel. Leistung
100,0%
(+0,0%)
Temperaturkoeffizient: -0.25%/°C
Winter
0-15°C Modul
STC (Optimal)
25°C Modul
Sommer-Mittag
40-55°C Modul
Extrem heiß
55-70°C Modul

💡 Tipps zur Kühlung & Belüftung

  • Hinterlüftung sicherstellen: Mindestens 10 cm Abstand zwischen Modul und Dach für Luftzirkulation.
  • Helle Dachflächen bevorzugen: Dunkle Dächer heizen Module stärker auf. Helle Materialien reflektieren Wärme.
  • Aufständerung auf Flachdächern: Aufgeständerte Module profitieren von Luftströmung unter dem Panel.
  • Vegetation am Dach: Gründächer senken die Umgebungstemperatur und verbessern die Modulkühlung.
  • Module mit niedrigem Temperaturkoeffizienten: HJT- und CdTe-Module verlieren bei Hitze weniger Leistung.

STC = Standard Test Conditions (25°C Zelltemperatur, 1000 W/m² Einstrahlung)

Temperaturkoeffizient im Vergleich

TechnologieTemp.-KoeffizientLeistungsverlust bei 50°CLeistungsverlust bei 65°C
Dünnschicht CdTe-0,25 %/°C-6,25%-10,0%
Mono HJT-0,26 %/°C-6,5%-10,4%
Mono IBC-0,29 %/°C-7,25%-11,6%
Mono TOPCon-0,30 %/°C-7,5%-12,0%
Mono PERC-0,35 %/°C-8,75%-14,0%
Polykristallin-0,40 %/°C-10,0%-16,0%

Degradation über 25 Jahre

Alle Solarmodule verlieren im Laufe der Zeit an Leistung. Dieser Prozess wird Degradation genannt und ist in den Herstellergarantien berücksichtigt.

Leistungsverlauf verschiedener Modultypen
70%75%80%85%90%95%100%0 J5 J10 J15 J20 J25 JJahreLeistung
ModultypDegradation Jahr 1Jährliche DegradationLeistung nach 25 JahrenGarantie (25 J)
HJT1,0%0,3%93,2%92,0%
TOPCon1,5%0,4%89,5%87,0%
Mono PERC2,0%0,5%87,9%84,8%
Polykristallin2,5%0,6%85,4%80,0%
Dünnschicht CdTe3,0%0,5%86,0%80,0%

Typische Degradationswerte – tatsächliche Werte variieren je nach Hersteller und Einsatzbedingungen

Was bedeutet LID?

LID (Light Induced Degradation) ist ein Effekt, der bei kristallinen Siliziumzellen in den ersten Betriebsstunden auftritt. Die Leistung sinkt um 1-3%, stabilisiert sich dann aber. Moderne Technologien wie HJT und n-Typ-Zellen sind davon kaum betroffen.

Energieverluste im Sankey-Diagramm

Das folgende interaktive Sankey-Diagramm zeigt, wo auf dem Weg vom Sonnenlicht zum nutzbaren Strom Energie verloren geht. Wählen Sie verschiedene Zelltypen, um die Verluste zu vergleichen.

Energieverluste: Von Sonnenlicht zu Strom

Sankey-Diagramm zeigt den Energiefluss von 1000 W/m² Sonnenlicht durch eine Mono PERC Solarzelle. Verluste: Reflexion 4%, Wärmeverluste 20%, Rekombination 15%, Ohmsche Verluste 2%, Wechselrichter 3.5%, Kabelverluste 1.5%. Nutzbare Leistung: 540 W (54.0%).1000 W/m²Sonnenlicht20%15%54.0% nutzbar540 WNutzbare LeistungReflexion (4%)Wärmeverluste (20%)Rekombination (15%)Ohmsche Verluste (2%)Wechselrichter (3.5%)Kabelverluste (1.5%)
Detaillierte Verlustaufschlüsselung anzeigen
VerlustquelleVerlust (%)Verlust (W)Beschreibung
Reflexion4%40 WEin Teil des Lichts wird an der Glasoberfläche reflektiert, bevor es die Zelle erreicht.
Wärmeverluste20%200 WPhotonen mit mehr Energie als die Bandlücke geben überschüssige Energie als Wärme ab.
Rekombination15%150 WEinige angeregte Elektronen rekombinieren, bevor sie den Stromkreis erreichen.
Ohmsche Verluste2%20 WElektrischer Widerstand in Zellverbindungen und Kontakten verursacht Verluste.
Wechselrichter3.5%35 WDie Umwandlung von Gleichstrom (DC) in Wechselstrom (AC) ist nicht verlustfrei.
Kabelverluste1.5%15 WLeitungsverluste in den Kabeln zwischen Modulen, Wechselrichter und Einspeisepunkt.
Nutzbare Energie54.0%540 WElektrische Energie nach allen Verlusten

Preis-Leistungs-Analyse

Der beste Wirkungsgrad ist nicht immer die wirtschaftlichste Lösung. Entscheidend ist das Verhältnis von Kosten zu erzeugtem Strom über die Lebensdauer.

Kosten pro kWp nach Technologie (2026)
CdTe120 €
Poly140 €
CIGS150 €
PERC180 €
TOPCon220 €
HJT280 €
IBC350 €

Modulpreise ohne Installation, Q1 2026 | Quelle: pvXchange

Wann lohnt sich welche Technologie?

SituationEmpfehlungBegründung
Wenig DachflächeTOPCon oder HJTMaximale Leistung pro m²
Großes Budget, maximaler ErtragIBC oder HJTHöchste Effizienz und beste Garantien
Begrenztes BudgetMono PERCBestes Preis-Leistungs-Verhältnis
Heißes KlimaHJT oder CdTeNiedriger Temperaturkoeffizient
Große FreiflächeCdTe oder PolyNiedrigster Preis pro kWp
TeilverschattungModule mit OptimierernUnabhängig von Zelltyp

Hersteller-Beispiele 2026

Premium-Segment (>22% Wirkungsgrad)

HerstellerModellTechnologieWirkungsgradLeistungBesonderheit
MaxeonMaxeon 7IBC23,0%440 Wp40 Jahre Garantie
RECAlpha Pure RHJT22,3%430 WpBleifreie Zellen
Meyer BurgerGlass-GlassHJT22,0%405 WpMade in Germany
LONGiHi-MO 7TOPCon22,5%580 WpGroßformat

Standard-Segment (20-22% Wirkungsgrad)

HerstellerModellTechnologieWirkungsgradLeistungBesonderheit
JA SolarDeepBlue 4.0TOPCon22,0%550 WpPreis-Leistung
Trina SolarVertex S+TOPCon22,2%445 WpKompaktformat
Canadian SolarTOPBiHiKu7TOPCon21,8%585 WpBifazial
Jinko SolarTiger NeoTOPCon22,3%580 WpMarktführer

Häufige Fragen zum Wirkungsgrad

Welchen Wirkungsgrad brauche ich wirklich?

Das hängt von Ihrer verfügbaren Dachfläche ab:

  • Reichlich Platz: Auch 17-18% Wirkungsgrad reicht völlig aus
  • Begrenzte Fläche: Mindestens 20-21% für wirtschaftlichen Betrieb
  • Sehr wenig Platz: Premium-Module mit 22%+ sind sinnvoll

Beispiel: Für 10 kWp benötigen Sie bei 20% Wirkungsgrad etwa 50 m², bei 17% etwa 59 m².

Ist der höchste Wirkungsgrad immer die beste Wahl?

Nein. Der Wirkungsgrad ist nur ein Faktor von vielen:

  1. Preis pro kWp – oft wichtiger als der Wirkungsgrad
  2. Temperaturverhalten – entscheidet über den Sommerertrag
  3. Garantiebedingungen – beeinflussen den Langzeitwert
  4. Degradationsrate – bestimmt die Erträge über 25 Jahre
  5. Verfügbare Fläche – nur bei Platzmangel relevant

Rechnen Sie mit unserem PV-Rechner, welche Kombination für Sie optimal ist.

Wie vergleiche ich Module fair?

Achten Sie auf die Testbedingungen:

  • STC (Standard Test Conditions): 1000 W/m², 25°C Zelltemperatur, AM 1.5
  • NOCT (Nominal Operating Cell Temperature): 800 W/m², 20°C Umgebung, Wind

NOCT-Werte sind praxisnäher, aber nicht alle Hersteller geben sie an.

Wichtig: Vergleichen Sie immer gleiche Modulgröße (Wp) oder rechnen Sie auf €/kWp um.

Wie entwickelt sich die Effizienz in Zukunft?

Die Entwicklung geht weiter:

  • Kurzfristig (2026-2027): TOPCon wird Standard, PERC läuft aus
  • Mittelfristig (2028-2030): Perowskit-Silizium-Tandem bis 30%
  • Langfristig (2030+): Mehrfach-Tandemzellen über 35%

Das theoretische Maximum für Single-Junction liegt bei 33,7% (Shockley-Queisser-Limit), für Tandem-Zellen bei über 45%.

Was ist der Unterschied zwischen Zell- und Modulwirkungsgrad?
  • Zellwirkungsgrad: Effizienz der einzelnen Solarzelle
  • Modulwirkungsgrad: Effizienz des gesamten Moduls (inkl. Rahmen, Glas, Verkabelung)

Der Modulwirkungsgrad ist immer etwas niedriger (ca. 1-2%) wegen:

  • Nicht aktiver Fläche (Rahmen, Abstände)
  • Optischen Verlusten (Glas, EVA)
  • Elektrischen Verlusten (Strings, Anschlussdose)

Für die Anlagenplanung ist nur der Modulwirkungsgrad relevant.

Können Module mehr als 100% erreichen?

Ja, unter bestimmten Bedingungen:

  • Bifaziale Module nutzen auch reflektiertes Licht von der Rückseite (+5-30% Mehrertrag)
  • Kalte Temperaturen erhöhen die Leistung (Winter-Mittag kann Nennleistung übertreffen)
  • Hohe Einstrahlung in den Bergen oder bei klarer Luft

Die Nennleistung (Wp) bezieht sich auf STC (1000 W/m², 25°C). In der Praxis sind kurzfristig höhere Werte möglich.

Fazit: Die richtige Wahl treffen

Der Wirkungsgrad ist wichtig, aber nicht alles. Für eine wirtschaftlich optimale PV-Anlage sollten Sie folgende Faktoren abwägen:

  1. Verfügbare Dachfläche – bei Platzmangel sind Hocheffizienzmodule sinnvoll
  2. Budget – Mono PERC bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis
  3. Klima – bei heißen Sommern auf niedrigen Temperaturkoeffizienten achten
  4. Langfristige Erträge – Degradationsraten und Garantien vergleichen
  5. Herstellerqualität – Tier-1-Hersteller mit stabiler Finanzsituation wählen

Nutzen Sie unseren PV-Rechner, um die optimale Lösung für Ihre Situation zu berechnen.


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Inhaltsverzeichnis

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