Contexagon Solantiq
Allgemein

Agri-PV

Doppelnutzung landwirtschaftlicher Flächen durch Kombination von Photovoltaik und Ackerbau oder Tierhaltung.

Auch bekannt als: Agrivoltaik, Agri-Photovoltaik, Agrophotovoltaik

Was ist Agri-PV?

Agri-PV (Agrivoltaik) bezeichnet die gleichzeitige Nutzung landwirtschaftlicher Flächen für die Nahrungsmittelproduktion und die Stromerzeugung mit Photovoltaik. Die Solarmodule werden so installiert, dass darunter oder dazwischen weiterhin Landwirtschaft betrieben werden kann.

Systemvarianten

VarianteAufbauEinsatz
Hoch aufgeständertModule in 4–6 m HöheAckerbau, Obstbau
Vertikal bifazialSenkrechte Module in ReihenGrünland, Tierhaltung
InterrowModule zwischen PflanzenreihenSonderkulturen
Gewächshaus-integriertSemitransparente ModuleGemüseanbau

Vorteile

  • Doppelnutzung: Strom und Nahrungsmittel von derselben Fläche
  • Schutz der Pflanzen: Reduzierte Sonneneinstrahlung und Verdunstung bei Hitze
  • Zusatzeinkommen für Landwirte
  • Keine Flächenkonkurrenz mit Freiflächen-PV
  • Erhalt der Agrarsubventionen (unter bestimmten Bedingungen)

Rechtlicher Rahmen

Seit dem EEG 2023 wird Agri-PV als „besondere Solaranlage” mit einem erhöhten Vergütungssatz gefördert. Die Fläche muss weiterhin zu mindestens 85 % landwirtschaftlich nutzbar sein (DIN SPEC 91434).

Forschungsergebnisse

Studien des Fraunhofer ISE zeigen, dass die Gesamtnutzungseffizienz (Land Equivalent Ratio) bei Agri-PV um 60–70 % über der getrennten Nutzung liegen kann.

Praxistipp

Agri-PV ist besonders interessant für Landwirte mit großen Flächen und hohem Eigenverbrauch (z. B. Bewässerung, Kühlung). Die Technologie ist in Deutschland noch im Aufbau, wird aber durch das EEG gezielt gefördert.