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Wirtschaft

Mieterstrom

Solarstrom, der auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses erzeugt und direkt an die Mieter im Gebäude verkauft wird.

Auch bekannt als: Mieterstromgesetz, Mieterstrommodell

Was ist Mieterstrom?

Mieterstrom ist Strom aus einer Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Wohngebäudes, der ohne Umweg über das öffentliche Netz direkt an die Mieter im Haus geliefert wird. Der Vermieter oder ein Dienstleister betreibt die Anlage und verkauft den Strom zu einem Preis, der unter dem örtlichen Grundversorgungstarif liegen muss.

Gesetzliche Regelung

Das Mieterstromgesetz (seit 2017, novelliert im EEG 2023) sieht vor:

RegelungDetails
Mieterstromzuschlag2,6–3,1 ct/kWh (je nach Anlagengröße)
PreisobergrenzeMax. 90 % des Grundversorgungstarifs
ReststrombezugVollversorgung durch Anbieter gewährleistet
Förderfähige AnlagenAuf/an Wohngebäuden, bis 100 kWp

Vorteile

  • Mieter: Günstiger Strom ohne eigene Investition
  • Vermieter: Zusätzliche Einnahmen, Aufwertung der Immobilie
  • Umwelt: Lokale Stromerzeugung ohne Netzbelastung

Herausforderungen

  • Bürokratischer Aufwand: Stromliefervertrag, Abrechnung, Meldepflichten
  • Umsatzsteuerpflicht: Vermieter wird zum Energieversorger
  • Dienstleister nötig: Meist über Mieterstrom-Anbieter abgewickelt

Praxistipp

Mieterstrom lohnt sich vor allem in größeren Mehrfamilienhäusern mit vielen Mietparteien und hohem Tagesverbrauch. Spezialisierte Mieterstrom-Dienstleister übernehmen den bürokratischen Aufwand.